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SoVD wirbt für mehr Frauen in der Politik

Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Mehr Frauen in die Politik“ hat der Frauenausschuss des SoVD-Kreisverbandes Emsland deutlich gemacht, dass mehr Frauen in der Politik benötigt werden, da der Frauenanteil in allen politischen Gremien zu gering ist.

Annemarie Hunfeld, Frauensprecherin des SoVD-Kreisverbandes Emsland, freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung. „Wir durften heute mehr als 80 Teilnehmerinnen begrüßen. Das zeigt mir, dass das Thema Politik bei vielen Frauen einen großen Stellenwert besitzt“, sagte Hunfeld. Sie erklärte, dass die Frauenrechte seit 100 Jahren im Sozialverband eine bedeutende Rolle spielen. Der Einsatz für mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft sei für die Frauen des SoVD selbstverständlich und dauere bis heute an. Hunfeld machte deutlich, dass es wichtig sei, dass sich mehr Frauen in der Politik engagieren, um sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einzusetzen.

In ihrem Referat erläuterte Marlies Kohne, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland, die Geschichte der Frauenrechtsbewegung in Deutschland. Anschließend berichtete sie über die Aktion „Frau.Macht.Demokratie“ des Landes Niedersachsen und über das Bündnis „Mehr Frauen in die Politik“. Es fehle in vielen Politikfeldern ein weiblicher Blick, so Kohne. Unter dem Motto „Mehr Frauen in die Politik“ wolle deshalb ein breites Bündnis aus Verbänden, Kommunen, Landkreisen und Bildungseinrichtungen in den Regionen Emsland, Grafschaft Bentheim und Osnabrück darauf aufmerksam machen, dass Frauen in der politischen Landschaft unterrepräsentiert seien. „Wir möchten erreichen, dass mehr Frauen in der Politik aktiv werden und für ihre Rechte eintreten“, so Kohne. Einer der Partner dieser Aktion sei der Frauenausschuss des SoVD-Kreisverbandes Emsland.

Um Frauen zu motivieren, sich in die Politik einzubringen, gebe es außerdem ein Mentoring-Programm, das vom niedersächsischen Sozialministerium unter dem Titel „Frau.Macht.Demokratie“ initiiert wurde und das vom Landkreis Emsland unterstützt werde. Das bereits angelaufene Projekt biete interessierten Frauen eine Gelegenheit, gemeinsam mit einem politikerfahrenen Mentor die Betätigungsfelder innerhalb der lokalen politischen Bühnen kennenzulernen. „Daneben sind viele Rahmenveranstaltungen geplant“, so die Frauenbeauftragte des Landkreises.

Die Kreistagsabgeordnete Marion Terhalle (FDP), die zugleich Ortsbürgermeisterin in Aschendorf ist, legte anhand ihres eigenen politischen Werdeganges dar, dass ein politisches Ehrenamt auch für Frauen heute interessant ist und selbstverständlich sein sollte, da alle Themen auch Frauen betreffen. Frauen seien aber in den politischen Gremien, gerade auf kommunaler Ebene, unterrepräsentiert. Um das zu ändern, unterstütze auch sie das Mentoring-Programm und nehme als Mentorin teil. Sie sei zur Politik gekommen, weil sie etwas in ihrem Ort bewegen wolle. „Ich habe mich damals um einen Kitaplatz für unseren Sohn bemüht und musste feststellen, dass das Angebot in Aschendorf völlig unzureichend war“, so Terhalle. Gemeinsam mit anderen Müttern habe sie auf das Problem aufmerksam gemacht. Wenig später sei sie vom damaligen Vorsitzenden der FDP im Emsland und Ortsbürgermeister, Hans-Michael Goldmann, gefragt worden, ob sie sich vorstellen könne, ein politisches Amt zu übernehmen, berichtete Terhalle. Sie sah darin eine Chance etwas bewegen zu können, kandidierte und wurde gewählt. „Das politische Engagement hat mir seither viel gebracht“, so Terhalle. Sie habe Freude daran, bei wichtigen Entscheidungen, die ihre Region betreffen, mitreden zu können. „Natürlich braucht man den Rückhalt der Familie, denn das kommunalpolitische Ehrenamt beansprucht viel Zeit“, so die Politikerin. Diese Unterstützung habe sie stets erhalten. Sie forderte zuletzt die Frauen auf, sich selbst Gedanken über eine Kandidatur bei der Kommunalwahl 2021 zu machen und auch andere Frauen bei Kandidaturen zu unterstützen. Das Mentoring-Programm wäre ein Weg, aber keine Bedingung. Frauen könnten Politik mitgestalten, genauso gut wie Männer, und sie sollten es.