Direkt zu den Inhalten springen

SoVD fordert Chancengleichheit für Frauen

Bei einer Veranstaltung des SoVD-Kreisfrauenausschusses anlässlich des Internationalen Frauentags haben Vertreter des Sozialverbandes in Lingen-Brögbern vor rund 210 Frauen verdeutlicht, dass Altersarmut ein weibliches Gesicht hat und mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gleiche Lohnzahlungen für Frauen gefordert.

Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld erklärte, dass Altersarmut bei Frauen wirksam bekämpft werden müsse. „Das Gesicht der Altersarmut ist weilblich“, so Hunfeld. Es gebe viele Felder, an denen die politischen Entscheidungsträger eine Verbesserung der Situation erreichen könnten, etwa wenn es um die Stärkung der Familienpolitik gehe oder um die Aufwertung und Entlohnung von Berufen, in denen zum Großteil Frauen tätig seien. „Wir machen der Politik Druck, in Gesprächen mit den Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene“, sagte Hunfeld und ergänzte: „Unser Ziel ist soziale Gerechtigkeit mit gleichen Chancen für alle.“ Zugleich mahnte Hunfeld an, dass sich Frauen verstärkt in der Politik engagieren müssten. „Wenn wir nichts unternehmen, passiert auch nichts“, sagte die Kreisfrauensprecherin. Aus diesem Grund sei der SoVD-Kreisverband Emsland auch dem Bündnis „Mehr Frauen in die Politik“ beigetreten, das Frauen motivieren möchte, ein politisches Ehrenamt zu übernehmen.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Irmgard Terveer berichtete, dass sich der SoVD seit über 100 Jahren für die Rechte der Frauen einsetze. Auch in jüngerer Zeit habe sich der Sozialverband engagiert, wenn es um die Stärkung der weiblichen Rechte gegangen sei. „Fest steht, dass wir viel erreicht haben, aber noch längst nicht am Ziel sind“, so Terveer. Benachteiligungen von Frauen seien leider immer noch nicht vollständig aus der Gesellschaft verschwunden. „Frauen bekommen häufig weniger Lohn, als ihre männlichen Kollegen. Sie müssen noch immer um gute Bedingungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familien kämpfen“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende. Das gelte insbesondere für Alleinerziehende. Frauen, die kranke Angehörige pflegen oder sich um Kinder kümmern, müssten Lohneinbußen hinnehmen, da sie keine Vollzeitstelle übernehmen könnten. „Der Weg in die Altersarmut ist dann oft vorprogrammiert“, so Terveer. Der SoVD fordere deshalb von der Politik, dass Frauen, die wegen der Übernahme dieser familiären Aufgaben einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, finanziell nicht schlechter gestellt werden.

Mit einer vom SoVD-Landesverband Niedersachsen organisierten Kampagne soll landesweit auf das Thema Armut aufmerksam gemacht werden, erklärte Heinrich Schepers von der SoVD-Kreisgeschäftsstelle Meppen. Geplant seien Veranstaltungen im Emsland, die sich mit der Armut von Frauen auseinandersetzen. „Es ist wichtig, dass die Rahmenbedingungen von der Politik geschaffen werden, um Familie, Pflege und Beruf in Einklang zu bringen. Dazu soll die Kampagne einen Beitrag leisten und den Blick der Verantwortlichen auf die entsprechenden Problemfelder lenken“, so Schepers.

Im Anschluss luden ein Basar der Handwerkgruppe Brögbern sowie ein Markt der Möglichkeiten, der von der Bastelgruppe „Hobby und Helfen“ organisiert wurde, zum Kauf von handgemachten Bastel- und Handwerkserzeugnissen ein. Mit dem Verkaufserlös sollen die Regenbogengruppe Brögbern sowie die Rolligruppe Lingen unterstützt werden. Musikalische Unterhaltung bot Volker Strack. Bauer Schulte Brömmelkamp sorgte mit einem humoristischen Auftritt für zahlreiche Lacher.

Foto: Organisatorinnen und Gäste der SoVD-Veranstaltung zum Internationalen Frauentag (v. l.): Irmgard Köster, Annemarie Hunfeld, Anna Grünefeld, Marianne Giese, Irmgard Terveer, Christel Wekenborg und Ulrike Hardt.