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Pressemitteilungen des Kreisverbandes

Hier finden Sie einen Rückblick auf die Aktivitäten des SoVD-Kreisverbandes der vergangenen Jahre. Neuere Pressemitteilungen und Berichte über Aktivitäten finden Sie unter der Rubrik "Aktuelles aus dem Kreisverband Emsland". Wenn Sie Fragen zu Veranstaltungen und Aktivitäten des SoVD im Emsland haben, melden Sie sich gerne in der SoVD-Kreisgeschäftsstelle Meppen: 

Tel.: 05931/2981 oder Email: emsland@sovd-presse.de



2017


SoVD-Kreisfrauenausschuss informiert zum Thema Armutsgefährdung von Frauen

Lingen. Im Rahmen einer Veranstaltung des emsländischen SoVD-Kreisfrauenausschusses hat die Frauensprecherin des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen, Roswita Reiß, auf das Thema „Armutsgefährdung von Frauen“ aufmerksam gemacht. Reiß erklärte in ihrer Ansprache vor rund 70 anwesenden Ortsverbands-Frauensprecherinnen und deren Stellvertreterinnen im Lingener Kolpinghaus, dass insbesondere Altersarmut häufig Frauen betreffe.

„Frauenarmut in Deutschland ist ein Thema, das häufig nicht wahrgenommen wird und viele Betroffene auch nicht wahrhaben wollen“, sagte die Frauensprecherin des SoVD-Kreisverbandes Emsland, Annemarie Hunfeld, in ihrer Begrüßungsansprache. Als Gründe für die Armutsgefährdung bei Frauen nannte Hunfeld die oft langen Zeiträume, in denen Mütter ausschließlich für ihre Kinder sorgen, die Pflege von kranken Angehörigen sowie die schlechteren Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus gebe es noch immer eine Ungleichheit bei den Gehältern von Männern und Frauen. „Leider ist es bis heute Realität in Deutschland, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer“, so Hunfeld.

Landesfrauensprecherin Roswita Reiß machte in ihrem anschließenden Vortrag deutlich, dass hauptsächlich Frauen armutsgefährdet seien. Dies gelte in besonderem Maße für Frauen ab 65 Jahren. Reiß erläuterte dies anhand aktueller Zahlen der Handlungsorientierten Sozialberichterstattung Niedersachsens (HSBN) aus dem Jahr 2017, nach denen die Armutsgefährdungsquote bei den über 65-jährigen Frauen derzeit bei 17,5 Prozent in Niedersachsen liege. Auch alleinerziehende Frauen seien statistisch häufig von Armut betroffen. Laut HSBN seien von 100 alleinerziehenden Personen 47 armutsgefährdet. Frauen stellten mit knapp 84 Prozent den größten Anteil in der Gruppe der Alleinerziehenden. Zudem seien vor allem Frauen in Teilzeit beschäftigt. „Etwa 80 Prozent der mehr als elf Millionen Teilzeitbeschäftigen sind weilblich“, so Reiß. Sie bedauerte, dass das Gesetz bezüglich eines Rückkehrrechts auf Vollzeit nicht durchgesetzt werden konnte.

Reiß forderte abschließend, Frauen und Männer konsequent auf dem Arbeitsmarkt gleichzustellen. Es könne nicht sein, dass heute noch immer Frauen weniger Lohn für die gleiche Leistung erhalten als ihre männlichen Kollegen.

Am Ende der Veranstaltung dankte Hunfeld der Landesfrauensprecherin für den informativen Vortrag und versprach: „Der SoVD wird sich weiter für die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen einsetzen.“ Hunfeld machte im Anschluss auf die Termine des Kreisfrauenausschusses im Jahr 2018 aufmerksam. So sei erneut eine gemeinsame Aktion mit dem Landkreis Emsland und weiteren Frauenverbänden zum sogeannnten „Equal Pay Day“ im Emsland geplant, an der sich auch die SoVD-Frauen beteiligen werden. Zudem werde es auch im Jahr 2018 eine informative und unterhaltsame Aktion zum Weltfrauentag geben. Das Programm wird noch bekanntgeben.


Bundestagskandidaten stellen sich Fragen des SoVD in Lingen

Der Ortsverband Lingen des Sozialverbands Deutschland (SoVD) hat gemeinsam mit dem SoVD-Kreisverband Emsland den Bundestagswahlkampf zum Anlass genommen und die Kandidaten Albert Stegemann (CDU), Dr. Daniela De Ridder (SPD), Reinhard Prüllage (Grünen), Jens Beeck (FDP), Danny Meiners (AfD) und Roberto Linguari (Linke), der sich von seinem Parteikollegen Heinz Georg von Wensiersky vertreten ließ, eingeladen. Diskutiert wurde in der Gaststätte Klaas-Schaper in Lingen/Laxten über sozialpolitische Fragen, die viele SoVD-Mitglieder bewegen.

SoVD-Landespressesprecher Matthias Büschking, der die Veranstaltung moderierte, begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Im Anschluss fragte er Beeck nach Übereinstimmungen des Wahlprogramms der FDP mit den sozialpolitischen Forderungen des SoVD. Beeck erläuterte, dass die FPD eine Vereinfachung des Sozialrechts fordere. „Jeder soll selbst wissen, welche Rechte er hat“, so der FDP-Kandidat. Indem auf diese Weise Bürokratie gespart werde, werde mehr Geld für Sozialleistungen frei. Büschking hakte nach und erkundige sich, über welchen Wahlprogrammpunkt sich der SoVD ärgern könne. Beeck erwiderte, dass die FDP, im Gegensatz zum SoVD, auf die Pluralität der Krankenversicherung setze. Die übrigen Kandidaten äußerten sich ebenfalls zu diesen Fragen. So erklärte Stegemann, die CDU mache kein Wahlversprechen, das nicht bezahlbar sei. Seine Partei setze auf eine Förderung der Wirtschaft. So werde ein funktionierender Arbeitsmarkt geschaffen. Dies sei die Grundlage, um auch Sozialausgaben zu finanzieren. Im Gegensatz zu seinen Parteikollegen sah Stegemann aber ebenfalls die Notwendigkeit, eine Parität der Krankenkassen durchzusetzen. De Ridder (SPD) verwies unter anderem auf den Mindestlohn. Die Sozialdemokraten hätten in der Großen Koalition vieles für sozial schwache Menschen, Rentner und Pflegebedürftige durchsetzen können. „Der SOVD kann stolz auf die SPD sein“, sagte De Ridder. Grünen-Kandidat Prüllage gab an, dass es im Detail möglicherweise Unterschiede gebe. Darüber hinaus decke das Wahlprogramm der Grünen viele Forderungen des SoVD ab. Meiners von der AfD sprach sich für das Leistungsprinzip und gegen „Gleichmacherei“ bei den Sozialausgaben aus. Allerdings sei auch seine Partei für einen Mindestlohn und ein soziales Renten- und Gesundheitssystem. Wensiersky  machte deutlich, dass das Linken-Wahlprogramm zu 95 Prozent mit dem SoVD-Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit übereinstimme. „Das einzige, was Sie an unserem Wahlprogramm stören könnte, ist dass es von den Linken kommt“, so Wensiersky.

Im weiteren Verlauf der Diskussion kamen die Themen Altersarmut und Rente zur Sprache. Beeck sprach sich dafür aus, dass auch Teilzeitbeschäftigte später etwas von ihrer Rente haben müssten. De Ridder gab an, dass die SPD die Situation erkannt habe und sich insbesondere für die Rentner einsetzen werde, die lange gearbeitet hätten und heute nicht davon leben könnten. Die SPD plädiere zudem für eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent. Sie attackierte in diesem Zusammenhang die AfD scharf. „Wer eine Babyprämie fordert, um das Problem der Altersarmut zu lösen, outet sich als nicht wählbare Partei“, so De Ridder. Stegemann erklärte, die CDU halte am gesetzlichen Rentensystem fest. Die privat finanzierte Zusatzrente sei eine gute Ergänzung. Allerdings sah er die demographische Entwicklung als ernste Herausforderung an. Auf den von Büschking angesprochenen fehlenden Punkt bei der Mütterrente erwiderte der CDU-Abgeordnete, dass dies zu eine Benachteiligung der jüngeren Generation führen würde. Meiners hielt ein einheitliches Rentensystem für eine probate Lösung, um die Rente nachhaltig zu sichern. Prüllage forderte, dass die Familienarbeit auf die Rente angerechnet werde, um Müttern und Vätern, die für Kinder sorgen, nicht zu benachteiligen. Wensiersky sagte, dass sich seine Partei eine Mindestrente von 1050 Euro einsetze. 

Zum Abschluss diskutierten die Kandidaten die Themen Gesundheitsversorgung und Pflege. Insbesondere beim Thema Pflege waren sich die Kandidaten einig, dass Bürokratie abgebaut und eine gerechtere Entlohnung für das Pflegepersonal wichtige Schritte seien, um auf den drohenden Fachkräftemangel zu reagieren und den Beruf attraktiver zu gestalten. Stegemann schlug vor, die Pflegesätze der Länder anzugleichen, um damit mehr Gerechtigkeit zu erreichen. Zudem verwies er auf die Reform in der Ausbildung der Pflegeberufe, die eine Grundlage geschaffen habe, um den Beruf aufzuwerten. De Ridder erklärte, sie wolle sich für mehr Medizinstudienplätze, eine stärkere Vernetzung der Mediziner sowie für Gesundheitszentren in kommunaler Trägerschaft einsetzen.


SoVD läd zur sozialpolitischen Diskussion - Connemann kritisiert Inklusionsumsetzung in Niedersachsen

Aschendorf. Vor der Bundestagswahl hat der SoVD-Kreisverband Emsland am 10. August zu einem Wahlfrühstück im Gasthof Tepe in Aschendorf eingeladen. Die Kandidaten des Wahlkreises Unterems Gitta Connemann (CDU), Markus Paschke (SPD), Harald Kleem (Grüne), Marion Terhalle (FDP) und Bettina Kubiak (Linke) stellten sich den Fragen der 130 anwesenden SoVD-Mitglieder. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Themen Rente, Altersarmut, ärztliche Versorgung auf dem Land und Inklusion.

Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Bernhard Sackarendt und einer kurzen Vorstellungsrunde begann Moderator Matthias Büschking, Pressesprecher des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen, den Meinungsaustausch mit den Themen Rente und Altersarmut. Büschking konfrontierte die Kandidaten mit Zahlen über die steigende Altersarmut und fragte nach Lösungsvorschlägen. FDP-Kandidatin Terhalle sah in der Einführung des von ihrer Partei geforderten liberalen Bürgergeldes eine Möglichkeit, um das Problem der Altersarmut sinnvoll anzugehen. Connemann lehnte einen Überbietungswettbewerb im Wahlkampf beim Thema Rente als unseriös ab. Nach der Wahl wolle die CDU eine überparteiliche Rentenkommission einsetzen, die sich mit dem Thema beschäftigen werde. Paschke trat für eine Stabilisierung des Rentenniveaus ein und plädierte für eine Mindestrente für diejenigen, die lange Jahre gearbeitet und sich eingesetzt hätten. „Das ist alles auch bezahlbar“, sagte der SPD-Abgeordnete. Kubiak betrachtete eine Mindestrente von 1050 Euro im Monat als Lösungsansatz bei der Bekämpfung der steigenden Altersarmut. Kleem forderte die Einführung einer Bürgerversicherung, um die Rente gerecht und stabil zu finanzieren.

Nachfolgend äußerten sich die Kandidaten zur ärztlichen Versorgung auf dem Land. Connemann bemängelte, dass auf Landesebene nicht genug Studienplätze für die Ausbildung von Ärzten geschaffen würden. Sie warb für eine verpflichtende Landarztquote. Paschke sah in einer solidarisch finanzierten Bürgerversicherung bei der Kranken- und Pflegeversicherung eine Möglichkeit, die medizinische Versorgung zu verbessern. Eine Zweiklassenmedizin lehnte Paschke ab und beanstandete: „Es kann nicht sein, dass ein Arzt, der überwiegend Privatpatienten versorgt, mehr verdient als ein Landarzt, der Kassenpatienten behandelt und Hausbesuche macht.“ Terhalle plädierte dagegen für einen ehrlichen und transparenten Wettbewerb bei den Krankenversicherungen.

Im Anschluss wurde kontrovers über Inklusion gesprochen. Mit Blick auf die Inklusionsumsetzung äußerte Connemann scharfe Kritik gegenüber der Niedersächsischen Landesregierung. „Eine der schlimmsten Entscheidungen, die in Niedersachsen getroffen worden ist, ist die ersatzlose Abschaffung der Förderschulen, ohne dass eine entsprechende Vorsorge an den Regelschulen getroffen wurde“, sagte Connemann. Auch Terhalle äußerte Bedenken hinsichtlich der Schließung der Förderschulen, die ihre Ansicht nach eine wichtige Aufgabe gehabt hätten. „Viele Schüler haben sich dort wohl gefühlt“, so Terhalle. Kleem übte zwar mit Blick auf die Umsetzung Selbstkritik, verteidigte aber die Inklusion als grundsätzlich richtig und warb für die Integrierte Gesamtschule: „Das ist keine Geldfrage sondern erfordert Mut, um eine moderne Schule zu gestalten, in der Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden.“ Paschke erklärte, dass Inklusion nur dann funktioniere, wenn diese eine breite Akzeptanz in der Gesellschaft erfahre. „Wir müssen eine Umgebung schaffen, in der sich auch Menschen mit Beeinträchtigungen frei bewegen können“, so der SPD-Abgeordnete. Kubiak sprach sich für eine bessere finanzielle und personelle  Unterstützung in den Schulen aus, damit Inklusion gelinge.


SoVD feiert 100-jähriges Bestehen in Lingen

Lingen. Seit 100 Jahren besteht der Sozialverband Deutschland (SoVD). Dieses Ereignis hat der SoVD-Kreisverband Emsland gemeinsam mit Vertretern der emsländischen Ortsverbände und geladenen Gäste aus Politik, Kirche und Verwaltung am 2. August in der Halle IV in Lingen gebührend gefeiert.  Zum Programm gehörten eine Festrede des SoVD-Präsidenten Adolf Bauer, Gastansprachen sowie Musik-, Theater- und Filmdarbietungen. Am Ende der Veranstaltung eröffnete der Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt die vom SoVD-Landesverband Niedersachsen konzipierte Wanderausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Sozialverbands.

„Der SoVD gehört heute zu den großen etablierten Sozialverbänden in Deutschland“, erklärte Sackarendt zu Beginn seiner Begrüßungsansprache. Gemeinsam sei es gelungen, den Wandel vom einstigen Kriegsopferverband zum Sozialverband für Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke und Pflegebedürftige sowie ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rechtzeitig einzuleiten und konsequent voranzutreiben. Der Kreisverband sei mit seinen heute 19.000 Mitgliedern ein Teil dieser Erfolgsgeschichte.

SoVD-Präsident Adolf Bauer stellte in seinem Vortrag die Verdienste des Sozialverbandes heraus und erläuterte auch die Bedeutung des SoVD als sozialpolitische Interessenvertretung: „Der SoVD wird nicht müde werden, auf Themen wie Barrierefreiheit, Gleichberechtigung und Inklusion gegenüber der Politik hinzuweisen“, machte Bauer deutlich.

Gastredner Bernd Busemann, Präsident des Niedersächsischen Landtags, lobte das gesellschaftliche Engagement des SoVD und hob den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter hervor. Auch die Bundestagsabgeordneten Daniela De Ridder (SPD) und Albert Stegemann (CDU) zeigten sich beeindruckt von der traditionsreichen Geschichte und dem sozialen Einsatz des Verbandes. Landrat Reinhard Winter erklärte, dass der SoVD ein wichtiger Ansprechpartner in sozialen Fragen im Emsland sei und würdigte die in den 44 Ortsverbänden im Emsland geleistete ehrenamtliche Arbeit. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone schloss sich seinen Vorrednern an und wies auf die gute Zusammenarbeit der Stadt Lingen mit dem Lingener SoVD-Ortsverband hin. Gemeinsam traten der Superintendent der evangelischen Kirche, Dr. Bernd Brauer und der Referent des Emslanddechanten, Holger Berentzen, vor die Anwesenden. Sie wiesen auf die Bedeutung kirchlicher und sozialer Einrichtungen hin, die zu einem guten Teil vom Ehrenamt getragen werden und für die Gesellschaft unverzichtbar seien. 

Beeindruckt zeigten sich alle Beteiligten vom Theaterstück „Pflege - eine gewaltige Aufgabe“ der Theatergruppe „Restrisiko“ unter der Leitung von Myra Schulte. Mit ihrem Auftritt verdeutlichten die Schauspieler die Probleme, mit denen pflegende Angehörige im Alltag konfrontiert sind. Im Anschluss wurde die Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Verbandes feierlich eröffnet. Die Ausstellung wird noch bis zum 10. August in der Halle IV in Lingen zu sehen sein. Während des Abends bestand die Möglichkeit, einen Film über die Entstehung des Inklusionstheaters „Kleine Monster“ zu sehen. Das Theaterprojekt wurde 2016 mit dem Inklusionspreis des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen ausgezeichnet. Für gelungene musikalische Unterhaltung sorgte während des Abends das Duo „Hammer-Muche“.


Essen verbindet - Gemeinsame Aktion von SoVD und Pro Vitus

Meppen. Mit der Aktion „Essen verbindet“ hat der Verein Pro Vitus in der Meppener Innenstadt für die Inklusion geworben. Menschen mit und ohne Behinderung haben gemeinsam gegessen und sich ausgetauscht. Beteiligt waren auch der Sozialverband Deutschland (SoVD)  und Aktion Mensch.

Der Sozialverband und der Verein Pro Vitus haben im Rahmen dieser Aktion auf den Beitritt des Vereins zum SoVD aufmerksam gemacht. An einem Infotisch konnten sich die Anwesenden über das Angebot des SoVD und Pro Vitus informieren. Renate Körner, Vorsitzende von Pro Vitus, freute sich über die gute Resonanz auf die Aktion. Viele Passanten mit und ohne Behinderung setzten sich spontan zu den anwesenden Vitus-Werk-Mitarbeitern und SoVD-Mitgliedern, aßen und führten angeregte Gespräche.


SoVD-Kreisverband Emsland hat 19.000 Mitglieder

Lähden. Einen deutlichen Zuwachs der Mitgliederzahlen hat der SoVD-Kreisverband Emsland in den vergangenen Monaten verzeichnet. Angehörige des Kreisvorstands haben mit Hedwig Brinker aus Lähden nun das 19.000. Mitglied begrüßt.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Gaststätte Winkler in Lähden wurde dem 19.000. SoVD-Mitglied Hedwig Brinker ein Präsentkorb überreicht. Sie hatte sich wegen einer Sozialberatung an den SoVD gewandt und war deshalb eingetreten. „Das Sozialberatungszentrum in Meppen hat mir dann schnell und kompetent bei meinen Fragen geholfen und mich bei Stellen eines Antrags unterstützt“, so Brinker.

Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbands Emsland, freute sich über den Mitgliederzuwachs. Die Stimme des SoVD erhalte dadurch bei sozialpolitischen Fragen ein hohes Gewicht. „Je mehr Mitglieder hinter dem SoVD stehen, umso mehr Chancen haben wir, unsere Anliegen gegenüber der Politik durchsetzen zu können“, sagte Sackarendt. Der Kreisvorsitzende führte aus, dass der SoVD in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiern könne. „Gebraucht wird der SoVD nach 100 Jahren noch immer“, erklärte Sackarendt. Vom Kriegsopferverband habe sich der ehemalige Reichsbund zu einen modernen Sozialverband gewandelt, der sich für die Interessen von sozial benachteiligten Menschen einsetze. Gleichzeitig gebe es beim SoVD die Möglichkeit, sich ehrenamtlich für Menschen zu engagieren, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Darin sieht der Kreisvorsitzende auch den Erfolg des Sozialverbands im Emsland begründet. Der SoVD biete professionelle Hilfe durch Sozialberater in Meppen, Lingen und Aschendorf bei allen sozialrechtlichen Fragen. „In 43 Ortsverbänden machen ehrenamtliche Mitarbeiter zudem durch Aktionen auf soziale Missstände in der Gesellschaft aufmerksam und kümmern sich um die Organisation von geselligen Veranstaltung, damit der Zusammenhalt unserer Gemeinschaft gestärkt wird“, führte Sackarendt aus.


SoVD-Ortsverbände prüfen Wahllokale in Haren

Haren. Anlässlich der am 24. September stattfindenden Bundestagswahl haben Mitglieder des Sozialverbands Deutschland (SoVD) gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt Haren (Ems) im Rathaus erörtert, ob die 25 Wahllokale im Harener Stadtgebiet barrierefrei betreten werden können. An dem Gespräch beteiligten sich SoVD-Vertreter der Ortsverbände Haren und Rütenbrock und des Kreisverbands Emsland sowie Erster Stadtrat Dieter Sturm und Hannes Held von der Stadtverwaltung.

Zu Beginn erörterten Sturm und Held, welche Maßnahmen von Seiten der Stadt ergriffen werden, um eine barrierefreie Wahl zu gewährleisten. „Sofern Treppenaufgänge vorhanden sind, stellen wir Rampen bereit, um den Zutritt für Menschen mit einer Gehbehinderung zu ermöglichen“, erklärte Sturm. Außerdem werde auf eine gute Beleuchtung in den Wahllokalen geachtet. Im Anschluss wurden im Rahmen einer Präsentation die einzelnen Wahllokale vorgestellt. Die ortskundigen SoVD-Mitglieder diskutierten auf dieser Grundlage die Barrierefreiheit der Lokalitäten mit den Stadtmitarbeitern. Insbesondere die als Wahllokale ausgewiesenen Gaststätten wurden intensiv besprochen. „Nach der letzten Wahl hat es Beschwerden von unseren Mitgliedern gegeben, da die Eingänge einiger Gaststätten durch hohe Treppenaufgänge nur schwer zugänglich sind“, so Bernhardine Schnieders, Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands Haren. „Das haben wir im Blick. Dort wo es möglich ist, werden wir jetzt den Zugang auf ebenerdige Saaleingänge verlegen“, sagte Sturm zu. Somit stand für die Anwesenden fest, dass die Barrierefreiheit der meisten Wahllokale gegeben sei.

Problematisch bleibe die Situation in den Wahllokalen, die in den Gaststätten des Reiterhofs Lüssing in Raken und Janzen-Grönniger in Lindloh untergebracht sind, da die engen Wahlräume laut SoVD ungeeignet seien. Zudem sei die Parksituation in Raken schlecht, da am Wahltag die Parkplätze oft belegt seien. Schnieders empfahl die vorrübergehende Einrichtung eines Behindertenparkplatzes, um eine geeignete Parkmöglichkeit bereitzustellen. Als Alternative für den Wahlraum in der Gaststätte in Lindloh schlugen die SoVD-Mitglieder das neu gebaute barrierefreie Schützenhaus in der Ortschaft vor. „Diese Möglichkeit sollte die Stadt zumindest bei der nächsten Wahl im Auge behalten“, so Schnieders.

Anhand einer vom SoVD-Landesverband ausgearbeiteten Checkliste besprachen die Teilnehmer weitere notwendige Maßnahmen. „Niedrige Tische in Grundschulen oder Kindergärten eignen sich nicht, um die Wahlkabine dort aufzustellen, da die Tische nicht von Rollstuhlfahrern unterfahren werden können“, erläuterte Bernhard Többen vom SoVD-Kreisvorstand. Auch die Wegweiser zu den Wahlräumen müssten gut lesbar und in angemessener Größe angebracht werden. Sturm und Held versprachen, diese Anregungen zu prüfen.


SoVD überprüft landesweit die Barrierefreiheit in Bus und Bahn

Meppen. Im Rahmen einer Sternfahrt überprüft der Sozialverband Deutschland (SoVD) am Freitag, 5. Mai, landesweit die Barrierefreiheit in Bussen und Bahnen. Auch Mitglieder des SoVD-Kreisverbands Emsland nehmen teil. Sie machen sich mit dem Zug auf den Weg nach Hannover und überprüfen unterwegs anhand einer Checkliste, wie mobil Niedersachsen ist. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Kundgebung in Hannover präsentiert und diskutiert – um „5 vor 12“, also 11.55 Uhr.

Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld und Bernhard Többen, Sprecher des Sozialpolitischen Ausschusses, sind gespannt auf die Fahrt, die sie mit acht weiteren Mitgliedern aus dem Emsland antreten. „Wir machen uns auf den Weg nach Hannover und schauen uns die Barrieren genau an“, so Hunfeld. Landesvorsitzender Adolf Bauer weiß, dass Menschen mit Behinderungen oft Probleme haben, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Hier fehlt eine Rampe, dort ein Aufzug, hier ein Leitsystem für Blinde. „Die Kommunen, die Länder und der Bund sind verpflichtet, bis 2022 barrierefreien Personenverkehr sicher zu stellen. Wir wollen testen, wieweit sie sind“, beschreibt Bauer die Motivation für den Test am europäischen Aktionstag für Menschen mit Behinderung.

Die Ergebnisse, die der SoVD-Kreisverband Emsland unterwegs sammelt – und die der anderen – werden auf einer übergroßen Niedersachsen-Karte markiert und dann der Landesregierung offiziell übergeben. Parallel findet eine Talkrunde mit Bauer und Petra Wontorra, der Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, statt.


Meppen/Hannover. Der Angehörigen- und Förderverein des St.-Vitus-Werkes in Meppen und der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen gehen gemeinsam neue Wege: Durch die institutionelle Mitgliedschaft können Mitglieder von „pro Vitus e.V.“ ab sofort beim SoVD kompetent und persönlich zu den Themen Behinderung, Pflege, Reha, Gesundheit, Hartz IV und Rente sowie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht beraten werden. Dafür stehen in Niedersachsen 60 Beratungszentren zur Verfügung – im Emsland in Lingen, Meppen und Aschendorf.

Pro Vitus ist der erste Verein, der Mitglied im SoVD werden kann; bis zu einer Satzungsänderung durften dies nur Einzelpersonen. Der Angehörigen- und Förderverein vom Meppener St.-Vitus-Werk möchte dabei nicht nur vom Know-how der Sozial- und Rechtsberater des SoVD profitieren. „Mit dem SoVD an unserer Seite können wir in der Interessenvertretung für uns und unsere Mitglieder noch kraftvoller auftreten“, freut sich die Vereinsvorsitzende Heidrun Körner.

Bernhard Sackarendt, stellvertretender Landesvorsitzender und Kreisvorsitzender des Emsland-SoVD, lobt die Kooperation: „Als Verband ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Einstieg in den gesamten Bereich der Eingliederungshilfe.“ Auch der stellvertretende SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Kortylak setzt auf die Synergien der beiden Partner: „Wir können beide voneinander lernen, wir haben viele Ideen für die gemeinsame Zukunft“, freut er sich.

Pro Vitus e.V. gliedert sich als eigenständiger Angehörigen- und Förderverein in die gesamte Vitus-Trägerfamilie ein. Hierzu gehören die Betriebsgesellschaften für Einrichtungen und Dienste ebenso wie die Vitus-Stiftung. Der Verein setzt sich für die Aufrechterhaltung und den Ausbau ergänzender Angebote der Beratung, Freizeitgestaltung und Begegnung ein. Pro Vitus e.V. gehören 298 Mitglieder an.

Mit mehr als 276.000 Mitgliedern insgesamt ist der SoVD-Landesverband Niedersachsen der größte Sozialverband des Landes. Er steht seinen Mitgliedern bei Themen wie Rente, Pflege, Hartz IV, Behinderung und Gesundheit kompetent zur Seite.


SoVD: Gesetzgeber muss Kostenübernahme einheitlich regeln

Hannover. Hat ein Kind eine Behinderung und braucht im Kindergarten eine spezielle Betreuung, können die Kosten erstattet werden. Geht das Kind allerdings in die Schule und besucht einen Hort, ist das nicht mehr möglich. Denn: Hierfür gibt es schlichtweg keine gesetzliche Regelung. Das kritisiert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen scharf.

„Diese Gesetzeslücke muss dringend geschlossen werden. Der Betreuungsbedarf für das Kind fällt doch nicht weg, nur weil es jetzt in den Hort und nicht mehr in den Kindergarten geht“, sagt Adolf Bauer, SoVD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Das sei kein haltbarer Zustand für eine Gesellschaft, die sich die Inklusion – also die gleichberechtige Teilhabe aller Menschen – auf die Fahnen geschrieben habe.

Der Landesvorsitzende sieht sich durch den Umgang der Behörden mit der siebenjährigen Lia aus dem Emsland bestätigt. Deren Eltern müssen derzeit für einen Hortplatz wegen des Betreuungsbedarfs ihrer geistig behinderten Tochter neben den regulären Gebühren von 280 Euro einen zusätzlichen Beitrag von 550 Euro bezahlen. Trotz des Widerspruchs der Eltern, dem Einsatz der Stadt Lingen und einer breiten öffentlichen Unterstützung hat der Landkreis Emsland eine Übernahme der Kosten abgelehnt. Dass es auch anders geht, zeigt die Region Hannover: Dort hat man sich entschieden, dass für Kinder mit und ohne Betreuungsbedarf der gleiche Gebührensatz bezahlt wird.

„Mit erschließt sich nicht, warum der Gesetzgeber die Kostenübernahme für Kita-Kinder detailliert regelt, die Hortbetreuung aber völlig ausklammert“, kritisiert Bauer. Es wäre ein wichtiger Schritt, wenn die Sozialhilfeträger die zusätzlichen Gebühren übernehmen würden. Das müsse schnellstmöglich gesetzlich geregelt werden. Nur so könne die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben erreicht werden.


SoVD und Malteser organisieren Ersthelferkurs für Kinder und Großeltern

Papenburg. Wenn es einem Menschen plötzlich schlecht geht, ist schnelle Hilfe gefragt. Erwachsene greifen dann auf Kenntnisse zurück, die sie bei einem Ersthelferkurs gelernt haben. Dass auch Kinder in einer Notfallsituation effektiv helfen können, haben zwölf junge Menschen während des vom Sozialverband Deutschland (SoVD) und Maltesern angebotenen Erste-Hilfe-Kurses für Großeltern und Enkelkinder in der Malteser-Geschäftsstelle Papenburg eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Kursleiterin Gizzela Smits-Szabo vom Malteser-Hilfsdienst Papenburg begrüßt die Kinder und Großeltern eingangs mit einem lauten „Hallo!“. Es kommt ein schüchternes „Hallo“ zurück. „Wenn jemand Hilfe braucht, müsst ihr euch in einer Notfallsituation lautstark bemerkbar machen“, erklärt Smits-Szabo den jungen Teilnehmern. Deshalb rufen alle gleich nochmal laut im Chor. Jetzt dröhnen die Ohren, die Kinder lachen. Smits-Szabo ist zufrieden und die Ersthelferausbildung kann anfangen. Gleich zu Beginn lernen die Kinder, was sie machen müssen, wenn sie jemanden antreffen, dem es nicht gut geht. „Ihr sprecht die Person an, fragt, was passiert ist und ob sie Hilfe braucht. Dann ruft ihr einen Erwachsenen oder wählt die Notrufnummer 112“, sagt Smits-Szabo. Um das gelernte zu vertiefen, dürfen die Kinder einen Helferkreis basteln, stellen Notfallsituationen nach und üben mit einem Partner, wie sie in der Notfallzentrale anrufen. Im Anschluss wird den Kindern beigebracht,  wie sie eine bewusstlose Person betreuen sollen. „Wichtig ist, dass ihr überprüft, ob die Person atmet“, sagt die Kursleiterin. Wieder üben die jungen Teilnehmer und meistern sogar die stabile Seitenlage, die ihnen gezeigt wird, mit Bravur. Zuletzt dürfen sich die Kinder Wunden schminken, die verbunden werden. Unter der fachkundigen Anleitung der erfahrenen Malteser-Ausbilderin klappt selbst das Anlegen eines komplizierten Wundverbands problemlos.

Am Ende der Veranstaltung erhalten die Kinder ein kleines Geschenk und werden zum „Ritter“ geschlagen. Die Teilnehmer sind begeistert. „Ich habe einen schönen Nachmittag mit meinem Enkel verbracht und konnte gleichzeitig meine Erste-Hilfekenntnisse auffrischen“, resümiert SoVD-Mitglied Adelheid Stell, die den Kurs zusammen mit ihrem Enkelkindern Jannik und Jarne besucht hat. „Alle haben toll mitgemacht. Der Kurs hat uns gezeigt: Kinder können ohne Probleme lernen, in einer Notfallsituation zu helfen“, freut sich auch Malteser-Kursleiterin Smits-Szabo.


SoVD-Kreisverband Emsland übergibt Spende an Telefonseelsorge

Meppen. Eine Spende von rund 500 Euro hat der SoVD-Kreisfrauenausschuss in Meppen an den Verein „Telefonseelsorge Emsland“ übergeben. Die SoVD-Frauen nahmen die Spendensumme auf den „Markt der Möglichkeiten“ ein, der im Rahmen der Veranstaltung des Kreisfrauenausschusses zum Internationalen Frauentag stattfand und von der Kreativgruppe „Hobby und Helfen“ ausgerichtet wurde.

Ludger Plogmann, Geschäftsführer der emsländischen Telefonseelsorge, nahm die Spende entgegen. Er erklärte, dass die Telefonseelsorge zwar vom Bistum Osnabrück, vom Kreis Emsland, von der Stadt Meppen sowie über Vereinsbeiträge finanziell unterstützt werde. Ein erheblicher Teil des notwendigen Etats müsse der Verein aber durch Spenden selbst tragen. „Deshalb freuen wir uns über jede finanzielle Unterstützung“, so Plogmann. 65 ehrenamtliche Mitarbeiter beantworten im Durchschnitt über 13.000 Anrufe im Jahr, berichtete der Geschäftsführer. Dabei sei die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar, auch an Feiertagen. Einsamkeit, physische oder körperliche Erkrankungen, Partnerschaftsprobleme und Suizidgedanken seien häufige Inhalte der Telefonate. Die Anrufer erhalten während eines Gesprächs Zuwendung und Anteilnahme. „Gemeinsam werden Perspektiven entwickelt, damit Hilfesuchende es schaffen, Probleme selbst zu lösen. Wo es gewünscht und angebracht ist, verweisen wir auf weitere Hilfsangebote“, sagte Plogmann.

SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld übergab die Spende und lobte Angebot der emsländischen Telefonseelsorge sowie das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Die Telefonseelsorge ist eine echte Hilfe für viele Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden“, betonte Hunfeld.

Die Telefonseelsorge ist jederzeit unter den kostenlosen Nummern 0800-  1110 111 und 0800-1110 222 erreichbar.

Zur Internetseite der Telefonseelsorge


SoVD-Frauen fordern Gleichstellung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Lingen/Brögbern. 250 SoVD-Frauen aus dem Emsland haben sich anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentags im Gasthaus Sperver in Brögbern getroffen. Ansprachen und Vorträge zu verschiedenen Frauenrechtsthemen und ein unterhaltsamer Nachmittag mit einem Auftritt des Kabarettisten Martin Funda standen auf dem Programm.

„Seit nunmehr 100 Jahren kämpfen Frauen in Deutschland für die Gleichberechtigung. Es wurde viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel“, bilanzierte SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld die Erfolge der Frauenrechtsbewegung in ihrer Begrüßungsansprache. Zwar seien Frauen in Deutschland heute gesetzlich völlig gleichgestellt, aber besonders im Berufsleben würden Frauen häufig gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt. „Es sind zumeist Frauen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Deshalb tragen sie ein besonders hohes Risiko, im Alter arm zu sein“, erklärte Hunfeld und forderte, dass Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen. Den Ausführungen schloss sich Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbands Emsland, an. Es gebe Gründe genug, am Internationalen Frauentag auf die Ungleichheit und Ungerechtigkeit hinzuweisen, so Sackarendt.

Gastredner Michael Teschke, Ortsbürgermeister der Gemeinde Brögbern, betonte die Notwendigkeit der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und forderte Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Angelika Roelofs, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen, referierte in ihrem Grußwort die Geschichte der Frauenrechtsbewegung und knüpfte an die Ausführungen ihrer Vorredner an: „Frauen sollten in allen Positionen der Wirtschaft und auch der Politik gleichberechtigt vertreten sein, aber davon sind wir noch weit entfernt“, stellte Roelofs fest. Auch heute bekämen Frauen oft nur Teilzeitstellen oder Minijobs. „Und das rächt sich dann später als Altersarmut“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Nachfolgend informierte Ludger Plogmann die Anwesenden über die Arbeit des Vereins „TelefonSeelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim e.V.“ Die Telefonseelsorge sei ein wichtiges Instrument zur Verhinderung von Suiziden, machte Plogmann deutlich. 65 ehrenamtliche Mitarbeiter beantworten durchschnittlich 13.000 Anrufe im Jahr. Die Telefonseelsorge könne Probleme zwar nicht lösen, aber durch menschliche Nähe, Zuwendung und Anteilnahme werde erreicht, dass die Anrufenden dies selbst schaffen. Über dem Markt der Möglichkeiten, der vom Verein „Hobby und Helfen“ bereits seit einigen Jahren im Rahmen dieser SoVD-Veranstaltung ausgerichtet wird, spendeten die SoVD-Frauen 500 Euro für die Telefonseelsorge Emsland.

Im Anschluss erwartete die Teilnehmerinnen ein Frühstücksbuffet. Ein Auftritt des Kabarettisten Martin Funda, der mit viel Humor Politik, Kirche und Gesellschaft aufs Korn nahm und zugleich mit Musik für einen unterhaltsamen Nachmittag sorgte, rundete das Programm ab.


Meppen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) verzeichnet im Emsland nach wie vor einen ungebrochen hohen Bedarf an Unterstützung durch die Sozialrechtsberatung. „Wir haben eine stetig steigende Mitgliederzahl und die Nachfrage bei den Sozialberatungen ist nach wie vor hoch – Damit steht fest: Der SoVD wird im Emsland gebraucht“, erklärt Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbands Emsland.

Geschäftsstellenleiterin Christiane Bentlage ist stolz darauf, dass die Sozialberater im Emsland in vielen Fällen finanziell helfen konnten. 2016 sei eine Summe von ca. 1,4 Millionen Euro an einmaligen Zahlungen erstritten worden, dazu kämen ca. 400.000 Euro laufende Zahlungen. Hoch sei derzeit der Beratungsbedarf bei Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, der 2016 um ganze 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahm. „Vor allem nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs über die Wirksamkeit der Patientenverfügungen vom Juli 2016 können wir eine vermehrte Nachfrage unserer Mitglieder beim diesem Thema verzeichnen“, so Bentlage.

Ein deutliches Plus von 6,2 Prozent registrierte der SoVD auch bei der Antragsstellung gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt halfen die Sozialberater des SoVD im Emsland bei 1.928 Anträgen aus den Bereichen Rente, Schwerbehindertenrecht, Arbeitslosen- und Unfallversicherungen, Kranken- und Pflegeversicherungen sowie bei der Beantragung von Arbeitslosengeld und Hartz-IV. Die Geschäftsstellenleiterin betrachtet den Bereich Rente weiterhin als einen Schwerpunkt der Arbeit des Verbandes. Es wurden 937 Rentenanträge im Jahr 2016 bearbeitet. 226 Widersprüche legte der Verband gegen Entscheidungen der Rentenversicherung im selben Jahr ein. Ähnlich hoch seien die Beratungszahlen zum Thema Schwerbehindertenrecht, wo in 773 Fällen bei Anträgen geholfen wurde. 229 Widersprüche legten die Sozialberater ein.

Wegen der guten Beschäftigungslage im Emsland seien die Fallzahlen bei den Sozialberatungen zur Arbeitslosigkeit gering, jedoch zeige die Erfahrung der Sozialberater, dass viele Hartz-IV-Bezieher auch im Emsland häufig von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen seien, so Sackarendt. Deshalb fordert der Kreisvorsitzende eine Revision der Hartz-IV-Gesetze und wird durch eine aktuelle Studie bestätigt: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat herausgefunden, dass der Hartz-IV-Bezug immer länger dauert. Mehr als 30 Prozent der Betroffenen werden laut dieser Studie zu Langzeitbeziehern – mit wenig Kontakt zum Arbeitsmarkt. Etwa 10 Prozent seien zwar prinzipiell gut ins Berufsleben integriert, können aber ohne aufstockendes Arbeitslosengeld II ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Zu wenigen gelinge der Ausstieg aus der Arbeitslosigkeit  „Die Gesetzgebung gehört auf den Prüfstand, wenn sie ein Drittel aller Betroffenen weg vom Arbeitsmarkt schiebt“, stellt der Kreisvorsitzende fest.


Leukin richtet Servicepoint im SoVD-Beratungszentrum Meppen ein

 Meppen. Der Verein zur Hilfe leukämiekranker Kinder (Leukin) hat einen weiteren Servicepoint im Emsland eingerichtet. Im SoVD-Beratungszentrum in Meppen kann sich ab sofort jeder Interessierte kostenlos typisieren lassen und als potentieller Stammzellenspender möglicherweise Menschen helfen, die an der Krebserkrankung Leukämie leiden.

Christa Lindenberg und Adelheid Winkler vom Verein Leukin betonen, dass eine Typisierung mit wenig Aufwand verbunden sei. Eine Blutentnahme müsse nicht erfolgen. „Wer sich typisieren lassen möchte, muss zwischen 17 und 55 Jahre alt sein und darf keine chronischen Erkrankungen haben“, so Lindenberg. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, macht zunächst auf einem Datenblatt Angaben zur Person. „Mit zwei Stäbchen wischt man dann für jeweils 45 Sekunden über die Wangenschleimhaut. Die Stäbchen werden verpackt und gemeinsam mit dem Datenblatt an Leukin geschickt“, erklärt Winkler. Der Verein, der die Kosten für die Typisierungen aus Spenden finanziert, versendet alles an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Wer als Spender in Frage kommt, wird von der DKMS um eine Blutprobe gebeten. Stimmen alle Merkmale überein, erfolgt die Stammzellenspende. Angst müsse man vor dem hierfür nötigen Eingriff nicht haben, sagen die beiden ehrenamtlich tätigen Leukin-Mitarbeiterinnen. „In den meisten Fällen ist eine Entnahme der Stammzellen über den Beckenknochen nicht mehr erforderlich. Die benötigten Zellen werden aus dem Blut herausgefiltert“, so Lindenberg. Der Eingriff sei schmerzlos und dauere etwa fünf Stunden. Die Krankenkasse des Erkrankten übernimmt alle anfallenden Kosten.

„Leukin leistet wichtige Arbeit im Kampf gegen die Krebserkrankung Leukämie. Deshalb unterstützt der SoVD-Kreisverband Emsland den Verein gerne, indem wir Typisierungen mit einem Servicepoint in unserer Geschäftsstelle ermöglichen“, sagt Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbands Emsland. Der Servicepoint kann für eine Typisierung zu den regulären Geschäftszeiten des Meppener Beratungszentrum in der Lingener Straße 30 von montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von montags bis donnerstags von 13:30 bis 16 Uhr genutzt werden.


2016


SoVD ehrt zwei 70-jährige Mitgliedschaften in Salzbergen

Salzbergen. Seit 70 Jahren sind Bernhard Reckers und Helmut Nitsche Mitglied im Sozialverband Deutschland (SoVD). Für ihre langjährige Verbandszugehörigkeit wurden sie im Rahmen einer Feierstunde im Hotel Bolte in Salzbergen mit Ehrennadel und Urkunde ausgezeichnet. „Wir sind stolz darauf, dass wir zwei Mitglieder haben, die dem SoVD seit 70 Jahren die Treue halten“, erklärte Hubert Kopel, der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands Salzbergen. Christel Wekenborg, zweite Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Emsland, nahm die Ehrungen vor.

Die beiden Gründungsmitglieder des Ortsverbands Salzbergen konnten viele unterhaltsame Anekdoten aus den Anfangsjahren des SoVD berichten, der damals noch Reichsbund hieß. „Wir waren zunächst 20 Personen, die dem Reichsbund in Salzbergen beigetreten sind“, erzählte der 92-jährige Bernhard Reckers. Erster Vorsitzender sei Hans Stein gewesen. Sie wurden in der Gaststätte Möller-Lau, in der sie sich regelmäßig in gemütlicher Runde trafen, von einem Vertreter des Reichsbunds aus Osnabrück angesprochen und traten sofort ein. Beide denken noch gerne an die Zeit zurück, auch wenn sie wegen ihrer Kriegsverwundungen lange Jahre ärztlich behandelt werden mussten. Über den Reichsbund sei es möglich gewesen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. „Wir haben zudem immer gerne an den Reichsbundveranstaltungen teilgenommen“, sagte Nitsche. „Das machen wir jetzt auch beim SoVD“, ergänzte Reckers und lobte die gute Gemeinschaft, die es heute noch gebe.

„Vieles hat sich im Vergleich zu den Gründungsjahren des Ortsverbands verändert. Der Reichsbund heißt heute SoVD und ist kein ausschließlicher Kriegsopferverband mehr, sondern ein moderner Sozialverband. Aber damals wie heute haben wir einen tollen Zusammenhalt und das ist sicher auch ein Grund dafür, dass wir Mitglieder haben, die solch eine lange Zeit mit dem SoVD verbunden bleiben“, so Kopel.


Weihnachtsmarkt in Lingen dank SoVD-Einsatz barrierefrei

Lingen. Bereits im Jahr 2015 testeten der SoVD-Kreisverband und der SoVD-Ortsverband Lingen die Barrierefreiheit des Lingener Weihnachtsmarktes. Gemeinsam mit Klaus Egbers, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Lingen und Maik Buschmeier, der als Rollstuhlfahrer die Tester fachlich beriet, überprüften die Teilnehmer den Weihnachtsmarkt mit Hilfe einer vom SoVD-Landesverband Niedersachsen erstellten Checkliste. Das Ergebnis war zwar zufriedenstellend, allerdings gab es auch einige Kritikpunkte.  Daher nahmen sich SoVD, Egbers und Buschmeier auch in diesem Jahr vor, den Weihnachtsmarkt nochmals in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis fiel durchweg positiv aus.

Die verantwortliche Lingener Wirtschaft und Tourismus GmbH (LWT) hatte, nicht zuletzt auf Initiative des Behindertenbeauftragten, alle im Jahr 2015 beanstandeten Mängel beseitigt. Besonders die zuvor bemängelte Engstelle an der Rampe des Terrassenbereichs ist nun so gestaltet, dass sie von Rollstuhlfahrern problemlos durchfahren werden kann. SoVD-Mitglieder, Egbers  und Buschmeier zeigten sich daher sehr zufrieden. „Es hat sich sehr viel gebessert“, sagte Buschmeier. Egbers freute sich, dass nunmehr der Weihnachtsmarkt als vollständig barrierefrei gelten könne. „Schon im letzten Jahr hat die LWT reagiert und einige Problemstellen schnell beseitigt. In diesem Jahr habe ich die LWT nochmals angesprochen und so wurden auch die verbliebenen vom SoVD vermerkten Kritikpunkte in Angriff genommen“, so Egbers. Damit steht für Menschen mit einer Behinderung einem Weihnachtsmarktbesuch in Lingen nichts mehr im Weg.


Kulturverein Lampenfieber mit SoVD-Inklusionspreis ausgezeichnet

Hannover. Vorbildlich inklusiv: Unter dem Motto „all inclusive – so muss Niedersachsen sein“ hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen zum zweiten Mal seinen mit zusammen 10.000 Euro dotierten Inklusionspreis verliehen. Das inklusive Theaterstück „Kleine Monster“ des Kulturvereins Lampenfieber aus Haren (Ems) erhielt den dritten Platz in der Kategorie „Ehrenamt“. Martin Gliebe, Regisseur und Autor des Stücks, nahm die Auszeichnung in Hannover entgegen.

Der Verband zeichnete mit den Preisträgern vorbildliches Arbeiten auf dem Weg zu einem inklusiven Niedersachsen aus. Mehr als 60 Einsendungen waren von zwei hochkarätigen Jurys begutachtet und bewertet worden. Schirmherr des Preises, den er selbst „Niedersachsens Inklusions-Oscar“ nennt, ist seit 2015 Ministerpräsident Stephan Weil. Die Preise überreichte Sozialministerin Cornelia Rundt.

Die Idee des Autors und Regisseurs Martin Gliebe, eine Verbindung von Erwachsenen und vielen Kindern mit und ohne Behinderung in einem Theaterstück zu vereinen, hatte die Jury überzeugt. Die Kreativität und Power des inklusiven Theaters begeisterte. Die Premiere von „Kleine Monster“ findet am 12. November um 15.30 Uhr im Meppener Theater statt.

Der erste Platz in der Kategorie „Ehrenamt“ ging an den Verein Fährmannsfest aus Hannover, auf dem zweiten Platz folgte der TuS Haste01 aus dem Osnabrücker Land. Des Weiteren wurden die SoVD-Medienpreise an der Dorothea Brummerloh für die Reportage „Etikettenschwindel – die heile Welt der Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ sowie an die Redaktion „handicap on air“ von den Hannoverschen Werkstätten und Niklas Grapatin und seine Reportage „einundzwanzig“ vergeben.

 

 


Sozialverband kritisiert Benachteiligung von Geringverdienern durch Gebührenerhöhungen der Banken

Meppen. Die geplante Erhöhung der Kontoführungsgebühren bei vielen im Emsland vertretenen Banken sorgt für Kritik beim SoVD-Kreisverband Emsland. „Wir sehen mit Bedenken, dass einige Banken ihre Kontoführungsgebühren erhöhen“, sagte Bernhard Sackarendt, der Kreisvorsitzende des SoVD-Kreisverbands Emsland. Dadurch entstehe eine Benachteiligung von Hartz-IV-Empfängern, Menschen mit geringem Einkommen und älteren Menschen, die mit einer kleinen Altersrente auskommen müssen.

So seien die geplante Gebührenerhöhung des von der OLB angebotenen Basiskontos „Girokonto Kompakt“ um einen Euro und die unverhältnismäßig hohe Kostensteigerung bei Überweisungen kaum nachvollziehbar, wenn gleichzeitig ein kostenfreies Konto angeboten werde, dass sich an Personen mit höherem Einkommen richte. „Damit tragen allein diejenigen Menschen die Konsequenzen der Niedrigzinspolitik, die ohnehin schon wenig Geld zum Leben übrig haben, während Besserverdienende weiterhin von einem kostenlosen Konto profitieren. Das hat mit sozialer Gerechtigkeit nichts mehr zu tun“, sagte Sackarendt. Dass sich die emsländischen Banken, wie die Sparkassen, die Volksbanken oder die OLB dann noch öffentlich mit guten Geschäftszahlen brüsten, passe nicht ins Bild.

Ein von den Verbraucherzentralen geratener Wechsel zu einer Direktbank, die kostenlose Konten anbieten, sei insbesondere für Rentner oftmals nicht durchführbar, weil sie häufig auf die Betreuung durch eine Bank vor Ort angewiesen seien. „Damit müssen die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger Gebührenerhöhung in Kauf nehmen und haben noch weniger Geld übrig, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten“, so der Kreisvorsitzende.

Der SoVD-Kreisvorsitzende und zweite Vorsitzende des SoVD-Landesverbands Niedersachsen betonte, dass diese Praxis in ganz Niedersachsen feststellbar sei. Sackarendt forderte die Vorstände der Banken auf, Gebühren transparent zu gestalten und sich bewusst zu machen, dass auch Banken eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu erfüllen haben. Letzteres werde schließlich von allen Banken öffentlichkeitswirksam betont. „Wenn beispielsweise die OLB auf ihrer Interseite schreibt, dass sie ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung für die Region mit Leben erfülle, sollte sie sich auch daran messen lassen“, merkte Sackarendt an.


SoVD informiert über die Arbeit von Leukin

Emsbüren. Mit einer Informationsveranstaltung im Bankettsaal der Firma Emsflower in Emsbüren hat der SoVD-Kreisfrauenausschuss auf die Arbeit des Vereins Leukin aufmerksam gemacht. Viele Frauen aus den emsländischen Ortsverbänden kamen der Einladung zu dieser Veranstaltung nach. Neben dem Vortrag der Leukin-Vertreter referierte die SoVD-Kreisgeschäftsführerin Christiane Bentlage über die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetztes II, dass ab 2017 in Kraft tritt. 

Seit 1996 engagieren sich Mitglieder des Vereins Leukin in Ostfriesland und im Emsland ehrenamtlich dafür, dass Menschen, die an der Krebserkrankung Leukämie leiden, geholfen werden kann. Leukin arbeitet dabei eng mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zusammen. In ihrem Vortrag erläuterte Christa Lindenberg vom Leukin-Vorstand zunächst, dass Leukämiekranke oft eine gute Chance auf Heilung haben, wenn ein Stammzellenspender gefunden wird. „Deshalb sammeln wir Spenden, die für die notwendigen Typisierungen möglicher Spender verwendet wird. Aber wir organisieren auch große Typisierungsaktionen“, berichtete Lindenberg.

Die erzielten Erfolge sprechen für sich: Bislang wurden über 62.000 Typisierungen vorgenommen, die der Verein ausschließlich durch Spenden finanziert hat. Dadurch konnte 657 Menschen ein neuer Start ins Leben ermöglichen werden, da für sie ein passender Spender gefunden wurde. Adelheid Winkler zeigte auf, wie eine Typisierung vorgenommen wird. Dabei sei der hierfür notwendige Vorgang heute sehr einfach. „Man muss nur mit einem Wattestäbchen aus einem von der DKMS gestellten Paket durch den Mund wischen, das Stäbchen in ein dafür vorgesehenes Paket verpacken, ein Infoblatt ausfüllen und das war es auch schon“, sagte Winkler. Mittlerweile seien 50 Service-Points in Ostfriesland und im Emsland eingerichtet worden, wo sich potentielle Stammzellenspender auf diese Art kostenlos typisieren lassen können. Diese Typisierung finanziert der Verein ebenfalls aus Spenden.

„Der Verein bewegt mit seinem unermüdlichen Einsatz viel und bietet durch die Suche nach einem passenden Stammzellenspender für Erkrankte Hoffnung auf einen Neuanfang“, lobte die SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld und bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei den Referentinnen. Sie stellte in Aussicht, dass bald auch in der SoVD-Geschäftsstelle in Meppen ein solcher Service-Point eingerichtet werden könne.

Im Anschluss erklärte Christiane Bentlage die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetztes II. Die wesentliche Änderung beinhalte die Einstufung der Pflegebedürftigkeit nach fünf Pflegegraden, die über ein Punktesystem ermittelt werden, so die Referentin. Bestehenden Pflegestufen werden dabei ohne Antrag automatisch in Pflegegrade umgewandelt. Bei Unklarheiten könne sich jedes betroffene SoVD-Mitglied an die SoVD-Beratungszentren in Meppen, Lingen und Aschendorf wenden.

 

 


SoVD führt Gespräch über Inklusion in Haren

Haren. Vertreter des SoVD-Ortsverbands Haren und der Harener Bürgermeister Markus Honnigfort diskutierten im Rahmen eines Gesprächs im Rathaus der Stadt über Barrierefreiheit und Inklusion. Die Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands, Bernhardine Schnieders, nutzte den Informationsaustausch, um auf einige diesbezüglich kritische Punkte hinzuweisen. Zugleich lobte Schnieders, dass die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren bereits viel für Menschen mit Behinderungen getan habe. So sei die Barrierefreiheit bei der Sanierung des Stadtkerns und bei Maßnahmen in den Ortschaften immer mitberücksichtigt worden.

Kritisch äußerte sich Schnieders mit Blick auf die Barrierefreiheit der diesjährigen Kirmes in Haren. „Wir haben festgestellt, dass unabgedeckte Kabelstränge auf einigen Wegen lagen. Dies stellt für Menschen, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind, ein echtes Hindernis dar“, erklärte Schnieders. Honnigfort räumte ein, dass einige Gummimatten, mit denen die Kabel abgedeckt werden, in diesem Jahr fehlten. „Das haben wir aber im Blick. Wir werden im nächsten Jahr dafür sorgen, dass die Kabel auf den Hauptwegen problemlos zu überqueren sind“, kündigte der Bürgermeister an. Bezüglich der kommenden Bundestagswahl wurde diskutiert, wie alle Wahllokale im Harener Stadtgebiet barrierefrei gestaltet werden können. Die Mehrzahl der Wahllokale sei auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich, hob Schnieders hervor. „Ein paar Problemstellen gibt es aber noch. Hier sollte nachgebessert werden“, so die Ortsvorsitzende. Honnigfort und der SoVD-Ortsverband einigten sich darauf, die als Wahllokale ausgewiesenen Örtlichkeiten vor der Wahl im Jahr 2017 gemeinsam zu überprüfen und nach Lösungen zu suchen.

Auch die Anregung des Ortsverbands, eine Wickelmöglichkeit für ältere Kinder mit Behinderungen in der Behindertentoilette neben dem Rathaus zu schaffen, werde die Stadt prüfen. Zudem schlug Schnieders vor, ein Schild auf dem Markplatz vor dem Rathaus zu installieren, mit dem Hinweis, einen Parkplatz für Menschen mit einer Gehbehinderung freizuhalten. „Da werde ich nachhaken. Der Werkhof wird sicher eine Möglichkeit finden, ein solches Schild anzubringen“, versprach Honnigfort. Einig waren sich Honnigfort und Schnieders bezüglich der problematischen Parksituation am Martinusplatz und an der Kirchstraße. Hier werde oft auf dem Gehweg vor der Kirche und vor den Bordsteinabsenkungen am Seniorenzentrum geparkt und damit der Weg für Rollstuhlfahrer und auch für Eltern mit Kinderwagen blockiert. Die Stadt verteile zwar regelmäßig „Knöllchen“ an Falschparker. Es müsse aber auch ein Umdenken bei denjenigen Mitbürgern stattfinden, die ihr Auto dort unrechtmäßig abstellen, forderte der Bürgermeister. „Besonders am Seniorenzentrum, wo es viele Menschen gibt, die auf Rollatoren und Rollstühle angewiesen sind, sollte mehr Rücksicht genommen werden“, mahnte auch Schnieders an. Zum Abschluss vereinbarten beide Seiten, hinsichtlich der Inklusionsthemen im Gespräch zu bleiben.


SoVD in Lingen feiert 70-jähriges Bestehen

Lingen. Mit einem Kommerstag im Saal der Gaststätte Klaas Schaper wurden die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des SoVD-Ortsverbands Lingen beendet. Über 400 SoVD-Mitglieder und Gäste des Ortsverbands waren der Einladung zum Kommerstag gefolgt.

Festredner war der Osnabrücker Bischofs Dr. Franz-Josef Bode, der in seiner Ansprache zum Thema „Die Werke der Barmherzigkeit als Magna Carta für soziales Handeln“ den SoVD-Ortsverband Lingen ausdrücklich für die Solidarität und die Hilfeleistungen für Mitmenschen lobte. Mit Blick auf das Thema Barmherzigkeit forderte er unter anderem, Flüchtlingen weiterhin zu helfen und mahnte zugleich unter großem Beifall der Anwesenden an, dass ein Rechtsruck dem Land nicht weiterhelfe. Daneben traten als Gastredner der SoVD-Präsident Adolf Bauer, der Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt, Superintendent Dr. Bernd Brauer, Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone, der emsländische Landrat Reinhard Winter sowie die Bundestagsabgeordneten Dr. Daniela De Ridder (SPD) und Albert Stegemann (CDU) auf.


SoVD-Ortsverband Sögel fordert mehr Verkehrssicherheit

Sögel. Eigentlich liegen die vielen vom DRK betreuten Seniorenwohnungen in der Mühlenstraße über dem „Ärztehaus am Amtsbrunnen“ in Sögel in einer schönen Wohngegend, in direkter Nähe zur Kirche und zum Ortszentrum. Doch die Bewohner, die zumeist durch eine Gehbehinderung körperlich eingeschränkt sind, haben ein Problem mit dem Verkehrsaufkommen sowie mit dem vergleichsweise hohen Tempo, mit welchem  Fahrzeuge an der am Gebäude gelegenen Kreuzung vorbeifahren. Viele der Bewohner trauen sich kaum noch über die Straße, da sie den Verkehrsweg wegen ihrer körperlichen Einschränkung nicht so schnell überqueren können. Die Gemeinde hat diesen Gefahrenpunkt bisher offenbar nicht erkannt. Der SoVD-Ortsverband Sögel hat sich nun eingeschaltet und will eine Verbesserung der Verkehrssituation erreichen, damit die älteren Menschen ohne Schwierigkeiten von ihren Wohnungen in die Ortsmitte gelangen können.

„Viele Bewohner möchten kaum noch mit ihrem Rollator oder Rollstühlen über die Straße gehen, weil die Autos dort so schnell verbeisausen“, erklärt Dorothea Marsmann, die aufgrund einer Gehbehinderung und ihres hohen Alters einer Seniorenwohnung in Mühlenstraße lebt. Dass das Gebäude an einer Kurve liegt, erhöhe das Gefahrenpotential zusätzlich, da der Verkehr durch die Kurve kaum zu überblicken ist und die Autos ihre Geschwindigkeit nicht reduzieren. „Tempo 50 ist an dieser Stelle völlig unangebracht“, findet auch Pierre Wozniak, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Zudem ist der Lärm, der durch die vielen Fahrzeuge erzeugt wird, für viele Bewohner extrem störend. „Ich kann mein Hörgerät nicht in meiner Wohnung bei geöffnetem Fenster tragen, weil die Nebengeräusche von der Straße zu laut sind“, berichtet eine Bewohnerin. Der SoVD-Ortsverband fordert nun einen Fußgängerüberweg in Form einer Ampel oder eines Zebrastreifens sowie eine Tempo-30-Begrenzung. „Wir setzen unsere Hoffnung in die kommende Ratssitzung der Gemeinde Sögel. Hier haben wir eine Eingabe gemacht, um zu erreichen, dass die Bewohner in Zukunft an der Mühlenstraße ohne Probleme die Straße überqueren können“, so der SoVD-Ortsvorsitzende Gerd Gerdes.

„Es geht dabei um das Wohl unserer älteren Mitbürger und deshalb werden wir unseren Standpunkt auch hartnäckig gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertreten“, kündigt Gerdes an. In diesem Zusammenhang macht Gerdes ebenfalls auf die fehlenden Behindertenparkplatze im Umfeld der Kirche, der Arztpraxen und der Seniorenwohnungen aufmerksam. „Viele ältere Menschen oder auch Menschen mit Behinderungen, können bei einem Arzt- oder Kirchenbesuch nicht in unmittelbarer Nähe parken, da die Gemeinde in diesem Bereich keine Behindertenparkplätze ausgewiesen hat. Hier sollte nachgebessert werden“, so Gerdes. 


SoVD diskutiert mit Vertretern der politischen Parteien aus dem emsländischen Kreistag

Meppen. Eine spannende Podiumsdiskussion zwischen SoVD-Mitgliedern und Kommunalpolitikern über sozialpolitische Themen, die das Emsland derzeit bewegen, erlebten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion am 22. August im Saal des Kolpinghauses in Meppen.

An der Diskussion beteiligten sich Kommunalpolitiker aus den derzeit im emsländischen Kreistag vertretenen Parteien sowie der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt, der die SoVD-Positionen darlegte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Matthias Büschking, dem Pressesprecher des SoVD-Landesverbands Niedersachsen. Zur Diskussion standen die medizinische Versorgung im Emsland, die Mobilität im ländlichen Raum, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum, Pflege sowie die inklusive Gesellschaft.

Auf dem Podium stellten sich Michaele Jehn (CDU), Karin Stief-Kreihe (SPD), Norbert Knape (Grüne), Rainer Leveling (FDP) und Günther Pletz (UWG) den Fragen des Moderators und des Plenums. Zuvor gab Büschking den Diskutanten die Möglichkeit, sich selbst vorzustellen. Zugleich fragte er nach, welche SoVD-Forderungen mit den Parteiprogrammen vereinbar seien und welche Punkte im Parteiprogramm für den SoVD problematisch sein könnten. Alle Anwesenden konnten sich nach eigenen Angaben grundsätzlich mit den Forderungen des SoVD identifizieren, im Detail ergaben sich aber durchaus unterschiedliche Sichtweisen, wie der weitere Verlauf der Veranstaltung zeigen sollte.

So forderte Sackarendt, im Rahmen seiner Stellungnahme zu den SoVD-Positionen, die langfriste Sicherung der Nebenstrecken sowie den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖNVP) und mahnte an, dass die Mobilität ein wichtiger Bestandteil sei, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Leveling, selbst Busunternehmer, vertrat die Ansicht, dass im Emsland das Verkehrsnetz gut sei und regte ein Programm an, um vor allem älteren Menschen den Umgang mit Bus und Bahn näher zu bringen. „Ältere Menschen, die nicht mehr mit dem Auto fahren können, wissen oft nicht, wie sie mit dem öffentlichen Nahverkehr umgehen müssen. Das kann man aber lernen“, so Leveling. Pletz bemängelte vor allem die fehlende Möglichkeit, mit einem einzelnen Busticket durch das gesamte Emsland zu fahren, da der Kreis in drei Zuständigkeitsbereiche für den ÖNVP unterteilt sei. Auch Knape sah Handlungsbedarf und schlug eine Verdichtung des Nahverkehrs und eine gleichzeitige Vernetzung mit den Alternativangeboten, wie Bürgerbussen und Carsharing, vor.

Bei der medizinischen Versorgung bestand weitgehend Einigkeit darüber, dass die Initiativen des Landkreises, um mehr Ärzte ins Emsland zu bekommen, erfolgreich seien. Vor allem Jehn stellte sich hinter das Programm. „Wir sind hier auf einem gute Weg, um die medizinische Versorgung sicherzustellen“, so Jehn. Kritischer sah dies Pletz, da es seiner Auffassung nach eine zunehmende Konkurrenz mit anderen ländlichen Kreisen gebe, die ebenfalls viele Initiativen zur Gewinnung von medizinischen Nachwuchskräften gestartet hätten.

Über „Altersarmut bei Frauen“ debattierten vor allem Jehn und Stief-Kreihe, nachdem der SoVD-Kreisvorsitzende mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit flexiblen Arbeitszeiten, intensivere Bemühungen zum Kita-Ausbau sowie Passgenaue und flexiblere Betreuungsangebote in der Kita und im Hort gefordert hatte. Sowohl die CDU-Politikerin als auch die SPD-Vertreterin sahen die Problematik als drängend an. Jehn hielt jedoch die vom Landkreis getroffenen Maßnahmen für vollkommend ausreichend, um Frauen mit Kindern den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. So sei der Kitaausbau durch den Landkreis massiv vorangetrieben worden, auch habe die Zahl der Ganztagsschulen zugenommen. „Der Landkreis ist in diesem Bereich super aufgestellt“, resümierte Jehn. Vielmehr müssten Frauen aktiv werden, sich informieren und das vielfältige Beratungsangebot stärker nutzen. Dem widersprach Stief-Kreihe. Es seien zwar viele Kitas neu gebaut worden, was die SPD unterstütze, aber der Bedarf sei noch lange nicht gedeckt, da dieser in Zukunft weiter steigen werde. Auch habe die CDU den Bedarf zu spät erkannt und erst spät reagiert, weshalb der Ausbau noch nicht als abgeschlossen gelten könne.

Intensiv diskutiert wurde auch über das bezahlbare und barrierefreie Wohnen. Sackarendt forderte diesbezüglich mehr Engagement von den Kommunen. Stief-Kreihe erklärte, dass es bereits SPD-Anträge im Meppener Stadtrat bezüglich des sozialen Wohnungsbaus gegeben habe. „Der Stadtrat hat unsere Vorschläge allerdings abgelehnt“, sagte Stief-Kreihe. Es habe nur geringfügige Zugeständnisse gegeben. „Dabei sind bezahlbare Wohnungen für sozialschwache Menschen oder Menschen mit Behinderungen wichtig. Oft wird auch vergessen, dass auch Auszubildende, die ins Emsland kommen, auf bezahlbare Wohnungen angewiesen sind“, so die SPD-Politikerin. Jehn zeigte sich dagegen weniger pessimistisch. Es habe schon viele Maßnahmen gegeben, die auch bezahlbaren Wohnraum in Meppen geschaffen hätten. Knape betrachtete dagegen die Meppener Fasanenstraße als gutes Beispiel dafür, dass der soziale Wohnungsbau in der Stadt nach wie vor problematisch sei. „Wir haben vielfach darauf hingewiesen, dass in diesem Gebiet erneut nur Ein- oder Zweifamilienhäuser geplant werden und Sozialwohnungen hier keine Rolle spielen.“ Der Grünen-Politiker forderte dagegen mehr Mischgebiete um zukünftig Problemviertel, wie in großen Städten, zu vermeiden. Pletz kritisierte insbesondere den Umgang mit den neugebauten Flüchtlingswohnungen in Meppen. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstücke seien an die Bedingung geknüpft worden, diese hier von Investoren gebauten Wohnungen später als Sozialwohnungen zu vermieten. „Davon ist jetzt keine Rede mehr“, sagte Pletz.

Das Thema Pflege wurde knapp angerissen. Der SoVD, so Sackarendt, fordere unter anderem eine Initiative, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Pletz riet dazu, Pflegekräfte im Emsland besser zu bezahlen, um auch in der Zukunft über ausreichend Personal in den Seniorenresidenzen verfügen zu können. Knape wies außerdem darauf hin, dass es zu starke Unterschiede bei der Qualität der Pflegeeinrichtungen gebe. „Wir sollten darauf drängen, dass wir einheitliche Standards erreichen“, so der Grünen-Politiker.

Büschking erklärte zum Abschluss, dass er keine Stellungnahme zum Thema Inklusion in den Kommunalwahlprogrammen gefunden habe und leitete damit zum letzten Thema über. Alle Anwesenden Vertreter der politischen Parteien betrachteten die Inklusion als drängende und wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass bereits in Bezug auf die Barrierefreiheit viel im Emsland, insbesondere in Meppen, geschehen sei. Auch im Sportbereich gebe es im Emsland hervorragende Initiativen. Pletz mahnte an, dass bei der schulischen Inklusion die Gesamtschulen, gegen die sich die CDU massiv wehre, eine zentrale Rolle spielen sollten. Leveling sah die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt sowie an Schulen kritisch und befürwortete stattdessen in stärkeres Engagement im Freizeitbereich, um hier die Inklusion stärker voranzutreiben.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Sackarendt bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie bei dem Moderator für die interessante Diskussionsrunde. Gleichzeitig appellierte er an die Politikvertreter, die drängenden sozialen Problemen der Gesellschaft ernst zu nehmen und engagiert anzugehen. „Wir müssen uns derzeit vielen Herausforderungen stellen. Hier sind auch die Politikerinnen und Politiker der Kommunalparlamente gefragt“, erklärte der SoVD-Kreisvorsitzende.


SoVD überprüft Wahllokale in Meppen

Meppen. Am 11. September werden im Emsland Vertreter des Kreistags und der Stadträte gewählt. Ob Menschen mit einer Behinderung die Wahl in einem der 36 Wahllokale der Stadt Meppen problemlos durchführen können, haben der SoVD-Kreisverband Emsland und der Ortsverband Meppen gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung sowie mit Walter Teckert, dem städtischen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, überprüft.

„Wahlen gehören zu den zentralen Ereignissen unserer Demokratie. Deshalb möchte der SoVD sicherstellen, dass auch Menschen mit Behinderungen in einem Wahllokal ihre Stimme abgeben können“, sagte der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt.

Im Vorfeld führte der SoVD ein Informationsgespräch mit Helmut Schwendtner und Dennis Peters, den Beauftragten für die Kommunalwahl der Stadt Meppen. Die SoVD-Vertreter nutzen die Gelegenheit, um auf Eigenschaften eines barrierefreien Wahllokals aufmerksam zu machen. Dazu zählen neben barrierefreien Wegen auch eine gut sichtbare Beschilderung sowie eine angemessene Beleuchtung der Wahlkabinen, die am 11. September sicherzustellen sei, um Menschen mit einer Sehbehinderung die Wahl zu ermöglichen. Schwendtner versprach diesbezüglich die notwendigen Schritte zu unternehmen und die Wahlhelfer in den Schulungen entsprechend einzuweisen. Bereits während des Vorgesprächs stellten die Beteiligten fest, dass viele Wahllokale über einen barrierefreien Zugang verfügen. „Die Stadt Meppen hat sehr darauf geachtet, dass Örtlichkeiten als Wahllokale ausgewiesen werden, die barrierefrei sind. Dazu zählen insbesondere Schulen und Kindergärten, die im Zuge der Modernisierungsarbeiten in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet wurden“, erklärte Schwendtner. Dieser Aussage stimmten alle ortskundigen SoVD-Mitglieder zu.

Auch die nachfolgende Überprüfung einzelner Wahllokale, die mit Hilfe eine Checkliste vom SoVD-Landesverband erfolgte, bestätigte, dass der barrierefreie Zugang gewährleistet ist. Kleinere Kritikpunkte gab es dennoch. „Auf einige Details wird noch zu wenig geachtet. Türen sollten für gehbehinderte Menschen leicht zu öffnen sein und Tische in den Wahlkabinen müssen von einem Rollstuhl unterfahren werden können“, so Teckert. Vor allem bei Wahllokalen in Grundschulen und Kindergärten müsse sichergestellt werden, dass niedrige Tische keine Verwendung finden. Bemängelt wurde zudem eine Rampe in der Grundschule in Groß Fullen, die an einem zu hohen Bordstein endet. Einige Toiletten müssen ebenfalls nachgebessert werden, um den Ansprüchen einer Behindertentoilette gerecht zu werden. Peters, der den Test der Wahllokale im Auftrag der Stadt Meppen begleitete, versprach, dass sich die Verwaltung um die beanstandeten Punkte kümmern werde. Trotz dieser kleineren Mängel zeigten sich jedoch alle Beteiligten insgesamt sehr zufrieden. „Die Wahlen sind in Meppen für Menschen mit Behinderungen ohne Schwierigkeiten möglich“, lobte der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt.


Sozialpolitischer Ausschuss des SoVD besucht ambulantes betreutes Wohnen des Vitus-Werks in Meppen

Meppen. Im Emsland bietet die St. Vitus-Werk Gesellschaft in Meppen, Haren und Haselünne das sogenannte „Ambulante Betreute Wohnen“ an. Hier können Menschen mit einer geistigen-, psychischen oder körperlichen Behinderung eine eigene Wohnung beziehen. Zudem werden sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt und individuell gefördert. Um einen Einblick in die Chancen und Herausforderungen dieser Wohnform zu erhalten, besuchten Mitglieder des Sozialpolitischen Ausschusses (SPA) des SoVD-Kreisverbands Emsland das Haus Deichstraße in Meppen, in welchem  zehn Wohnungen für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung stehen, die den Start in ein selbstständiges Leben wagen wollen. Informiert wurden die SoVD-Mitglieder von Marco Strodt-Dieckmann, Kompetenzbereichsleiter Wohnen und Leben der St. Vitus-Werk Gesellschaft sowie von Mira Burrichter.

Zu Beginn seiner Ausführungen machte Strodt-Dieckmann deutlich: „Das Modell ist als Übergang gedacht. Hier können sich die zumeist jungen Menschen ausprobieren und feststellen ob sie sich das Leben in einer eigenen Wohnung auf Dauer zutrauen.“ Auf diese Weise soll die passende Wohnform für die Beteiligten gefunden werden. „Jeder, der hier lebt, muss auch bereit sein, sich einzubringen und etwas zu lernen. Wir bieten neben Assistenzleistungen deshalb auch Lernmodule an, in denen unterschiedliche Kompetenzen vermittelt werden“, erläuterte Strodt-Dieckmann. Dazu zählen vor allem alltägliche Belange wie Ernährung, Gesundheit, Einkaufen sowie der Umgang mit Geld. „Wir passen die Inhalte individuell an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kunden an“, ergänzte Burrichter. Ziel sei es, eine größtmögliche Selbstständigkeit zu erreichen. Im Einzelfall könne dies auf eine vollständige Unabhängigkeit hinauslaufen. Wenn Menschen mit Behinderungen ihren Alltag weitgehend selbst strukturieren können und nur in einigen wenigen Lebensbereichen eine individuelle Hilfe in Form von Assistenzleistungen benötigen, sei dies aber bereits ein guter Erfolg, so Strodt-Dieckmann.

Bernhard Többen, Vorsitzender des SPA-Ausschusses, dankte den Mitarbeitern der Vitus-Werk Gesellschaft für den informativen Vortrag und lobte das Konzept des ambulanten betreuten Wohnens:  „Hier wird dem Wunsch vieler Menschen mit Behinderungen entsprochen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Kritisch diskutiert wurde im Anschluss das geplante Bundesteilhabegesetzt, das nach Ansicht der Anwesenden zu erheblichen finanziellen Nachteilen für Menschen mit Behinderungen sowie auch hinsichtlich der Finanzierung der selbstbestimmten Wohnformen führen werde. Der Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt erklärte, dass der SoVD auf Bundesebene mehrfach auf diese Problematik hingewiesen habe. „Im schlimmsten Fall wird ein Bürokratiemonster geschaffen, das die Finanzierung innovative Konzepte, wie das ambulante betreute Wohnen, vor erhebliche Schwierigkeiten stellt“, sagte Sackarendt.


SoVD setzt Zeichen für Inklusion in Meppen

Meppen. Mit einer Aktion des SoVD-Kreisverbands Emsland wurde vor dem Rathaus in Meppen ein Zeichen für die Inklusion gesetzt. Mit vielen bunten Luftballons wurden auf Karten geschriebene Forderungen und Wünsche für ein inklusives Emsland in die Luft geschickt – symbolisch um „5 vor zwölf“, also 11.55 Uhr.  An der Aktion beteiligten sich Mitglieder des Sozialverbands, die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen, der Meppener Bürgermeister Helmut Knurbein, Michael Korden, Leiter des St. Vituswerks, sowie Schüler der Kooperationsklasse der Johannesschule und Menschen mit Behinderungen.

„Inklusion bedeutet, die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Dazu gehört selbstverständlich, dass es jedem ermöglicht wird, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Darauf möchten wir mit dieser Aktion aufmerksam machen“, erklärte der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt. Schulen, Vereine, Verbände und Organisationen waren im Vorfeld aufgerufen, Wünsche auf Karten zu schreiben und diese an den Kreisverband zu senden. „Die viele Rückmeldungen, die wir erhalten haben, zeigen, dass immer mehr Menschen etwas mit dem Thema Inklusion verbinden“, so Sackarendt. Der Kreisvorsitzende freute sich besonders über die unterschiedlichen Anregungen, die unter anderem von Menschen mit Behinderungen, SoVD-Vertretern, Politikern, Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern verfasst wurden. So schrieb eine Schülerin der Berufsbildenden Schule Thuine: „Menschen mit Behinderung sollten nach ihren Wünschen leben können“. Zudem kamen Vorschläge auf den Ausbau barrierefreier Wege zu achten, ein breiteres Angebot für junge Menschen mit Behinderung im Meppener Jungendzentrum zu schaffen oder mehr Lehrpersonal einzustellen, damit die Inklusion an Schulen besser gelingt.

Die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen dankte den SoVD-Vertretern für die Organisation der Luftballonaktion und erklärte: „Es ist wichtig das Thema Inklusion immer wieder zur Sprache zu bringen.“ Berentzen betonte die Bedeutung der Inklusionsumsetzung für das Emsland und verwies gleichzeitig auf das vielfältige Engagement des Landkreises. Unter anderem nannte sie das Sportprojekt Indus, die Förderung von inklusiven Krippen und Kitas, die Sonderausstattung für blinde Schüler und die bislang über 100 vom Landkreis eingestellte Schulbegleiter.

Bürgermeister Helmut Knurbein sah die Stadt Meppen hinsichtlich der Barrierefreiheit auf einem guten Weg. Er führte diesbezüglich die Umfrage „Wie inklusiv ist Meppen?“  an, die kürzlich abgeschlossen worden sei. Hier habe Meppen ein insgesamt positives Ergebnis erhalten. „Luft nach oben gibt es aber immer“, so Knurrbein. Der Bürgermeister hob hervor, dass es derzeit den Plan gebe, das Geländer der Propsteikirche und des Ludmillenstifts barrierefrei zu gestalten. „So erreichen wir eine barrierefreie Zone von der Propsteikirche über die Innenstadt bis zum Bahnhof“, sagte Knurrbein.


SoVD-Wahllokal-Check in der Gemeinde Geeste

Geeste. Am 11. September 2016 werden in Niedersachsen erneut die Mitglieder der Stadt-, Gemeinde- und Samtemeinderäte gewählt. Die SoVD-Ortsverbände Groß Hesepe und Geeste-Dalum-Osterbrock haben dieses Ereignis zum Anlass genommen, um vorab die Barrierefreiheit in den von der Gemeinde Geeste bestimmten Wahllokale zu testen. Unterstützt wurden die SoVD-Mitglieder von Walter Teckert, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Meppen sowie von den ehrenamtlichen Wohnberatern Brigitte Rüschen und Hans-Jürgen Rosenow. Mit Reinhard Janzen, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales und Ramona Krone nahmen auch zwei Vertreter der Gemeinde Geeste an der Aktion teil. Das Ergebnis fiel positiv aus. In den meisten Fällen beanstandeten die Tester lediglich kleinere Mängel. Ein Wahllokal erwies sich jedoch aus Sicht der SoVD-Vertreter und des Behindertenbeauftragten als völlig ungeeignet.

„Wahlen sind zentrale Ereignisse in unserer Demokratie. Daher ist es wichtig, dass auch Menschen mit Behinderungen in einem Wahllokal wählen gehen können. Auch das gehört zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft“, erklärte Laurenz Schulte, Vorsitzender des SoVD-Ortsverbands Große Hesepe, der die Aktion initiiert hatte. Die Briefwahl sei kein Argument, um die Barrierefreiheit der Wahllokale zu vernachlässigen, machte der SoVD-Ortsvorsitzende im Vorfeld deutlich: „Wer in einem Wahllokal wählen möchte, muss hierfür auch die Möglichkeit haben. Das sieht die UN-Behindertenrechtskonvention ebenso vor wie das Bundeswahlgesetzt.“ Im Rahmen der Inklusionsumsetzung sei die Gemeinde ohnehin in der Pflicht, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Wahltag zu ermöglichen, so Schulte. Walter Teckert betonte ebenfalls, dass der barrierefreie Zugang zu öffentlichen Gebäuden ein wesentlicher Bestandteil bei der Inklusionsumsetzung sei und lobte die SoVD-Initiative. „Ich freue mich, dass es Verbände gibt, die auf die Notwendigkeit von Barrierefreiheit aufmerksamen machen wollen. Solche Aktionen tragen dazu bei, dass das Thema Inklusion in das Bewusstsein der Menschen rückt“, erklärte der Behindertenbeauftrage.

Insgesamt wurden 14 designierte Wahllokale anhand einer Checkliste überprüft, die ein breites Spektrum an Kriterien umfasst, die für einen barrierefreien Zugang wichtig sind. Gefragt wurde etwa danach, ob Behindertenparkplätze vorhanden sind, ob die Wege in das Wahllokal für Rollstuhlfahrer geeignet sind und ob das Gebäude für Menschen mit einer Gehbehinderung erreichbar ist. Kontrolliert wurden auch die Wahlräume selbst. Hier wurde mit den Gemeindevertretern besprochen, wie Wahlkabinen gestaltet sein müssen, um barrierefreien Anforderungen zu entsprechen, etwa ob Tische von Rollstühlen unterfahren werden können oder ob  für sehbehinderte Menschen eine gut lesbare Beschilderung und ausreichende Beleuchtung vorhanden sein wird. Reinhard Janzen erklärte diesbezüglich, dass die Gemeinde die Vorschläge des SoVD und des Behindertenbeauftragten gerne aufnehmen wolle.

Viele designierte Wahlräume hielten der strengen Überprüfung stand. Doch einige Orte, an denen die Menschen zur Urne gehen sollen, wiesen in Sachen Barrierefreiheit Mängel auf. So waren zwar häufig Behindertentoiletten vorhanden, die jedoch oft nicht die nötige Ausstattung besaßen. Es fehlten unter anderem Notsignale und Haltegriffe. „Da muss erheblich nachgebessert werden“, forderte Teckert. Auch einige Rampen erwiesen sich als zu steil. Ein Wahllokal in einer Gaststätte in Geeste fiel bei dem Check hinsichtlich des barrierefreien Zugangs durch. Die vorhandene Rampe am Eingang stellte sich als völlig ungeeignete heraus, da sie zu steil war und am Ende nur mit einer provisorischen Querungshilfe auf den Eingangsbereich leitete. Der routinierte Rollstuhlfahrer Walter Teckert konnte diese nicht ohne fremde Hilfe überwinden. Auch der Innenraum erwies sich als zu dunkel, was besonders für Menschen mit einer Sehbehinderung zu einem Problem wird. Ein etwas hellerer Nebenraum war nur über Stufen erreichbar.

Positiv bewerteten die Tester dagegen die Dorfscheune in Varloh. das Schützenhaus im Großen Sand, die Bonifatiusschule sowie der Gasthof Aepken in Dalum und die Gaststätte Over in Osterbrock.

„Wir werden uns darum bemühen, die beanstandeten Mängel zu beseitigen“, versprach Reinhard  Janzen im Anschluss an die Aktion. Auch hinsichtlich des ungeeigneten Wahlraums in Geeste werde die Gemeinde aktiv werden und darüber nachdenken, einen anderen Ort auszuweisen. Gleichzeitig dankte er den SOVD-Vertretern, Walter Teckert und den ehrenamtlichen Wohnberatern für das Engagement. „Wir haben einen vertiefenden Einblick bekommen, worauf die Gemeinde in Zukunft achten sollte, wenn es um Barrierefreiheit geht“,  resümierte der Gemeindevertreter.


Kreisfrauenausschuss übergbit Spende an Leukin

Aschendorf. Insgesamt 500 Euro wurde durch den „Markt der Möglichkeiten“ auf der  Veranstaltung des SoVD-Kreisfrauenausschusses zum Internationalen Frauentag eingenommen. SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld übergab diese Summe nun dem Verein Leukin, der sich für leukämiekranke Menschen einsetzt.

Der seit 1996 aktive Verein Leukin ist im Raum Ostfriesland und im Emsland tätig und setzt sich ehrenamtlich und mit viel Einsatz dafür ein, dass Menschen, die an der Krebserkrankung Leukämie leiden, geholfen werden kann. „Leukämiekranke haben oft eine gute Chance auf Heilung, wenn ein Stammzellenspender gefunden wird. Deshalb sammeln wir Spenden, die für die notwendigen Typisierungen möglicher Spender verwendet wird. Aber wir organisieren auch große Typisierungsaktionen und informieren über das Thema Leukämie und über die Arbeit des Vereins“, berichtete Christa Lindenberg vom Leukin-Vorstand, die gemeinsam mit Rudolf Wessels die Spende entgegennahm.

Leukin arbeitet eng mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei zusammen. Die erzielten Erfolge sprechen für sich: Bislang wurden 58.000 Typisierungen vorgenommen, die der Verein durch Spenden finanziert hat. „Die DKMS hat uns mitgeteilt, dass wir bislang mit unseren Aktionen 631 Menschen einen neuen Start ins Leben ermöglichen konnten, da für sie in passender Spender gefunden wurde. Für uns zählt jeder einzelner Mensch dem wir mit unserer Arbeit helfen konnten“, so Lindenberg.

 „Uns hat das großartige Engagement und die tollen Erfolge von Leukin dazu bewogen, den diesjährigen Erlös unserer Veranstaltung an diesen Verein zu spenden und die Arbeit damit zu unterstützen. Der Verein bewegt mit seinem unermüdlichen Einsatz viel und bietet durch die Suche nach einem passenden Stammzellenspender für Erkrankte Hoffnung auf einen Neuanfang“, erklärte SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld bei der Spendenübergabe. Lindenberg und Wessels freuten sich sehr über die Unterstützung und betonten: „Für uns ist jeden Spende wichtig, mit dem wir unsere Aktionen finanzieren können.“

 

 


Protest gegen Benachteiligung von Frauen bei Lohnzahlungen durch den SoVD in Papenburg

Papenburg. Im Deverpark in Papenburg überreichten SoVD-Frauen anlässlich des Equal Pay Day am 19. März 2016 Passantinnen Gebäcktüten mit dem Aufdruck „22 Prozent weniger kommt nicht in die Tüte!“. Mit dieser Aktion wurde darauf hingewiesen, dass Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger Lohn erhalten als Männer.

Im Rahmen des Equal Pay Day wiesen die Mitglieder des SoVD-Kreisfrauenausschusses zudem darauf hin, dass Frauen in Deutschland 79 Tage – vom 1. Januar bis zum 20. März 2016 – umsonst arbeiten müssen. „22 Prozent verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben“, forderte Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld und ergänzte: „Frauen sind ebenfalls viel öfter von Altersarmut betroffen, da sie häufig im Niedriglohnsektor arbeiten. Auch darauf wollen wir aufmerksam machen.“ Diese sei kein Zustand für eine moderne Gesellschaft, in der Frauen und Männer nach dem Grundgesetz als Gleichberechtigt gelten, so Hunfeld. Die Frauen, die während der SoVD-Aktion in Papenburg auf das Thema angesprochen wurden, stimmten den Forderungen der SoVD-Frauen zu. Auch Slogan, Gebäcktüte und das verteilte Informationsmaterial verfehlten ihre Wirkung nicht, denn die SoVD-Frauen erhielten bei ihrem Einsatz sowohl von Passantinnen als auch von Passanten viel Lob. Die Kreisfrauensprecherin freute sich besonders über die vielen Gespräche am Infostand. „Der große Zuspruch und die spannenden Unterhaltungen bei dieser Aktion mit interessierten Frauen haben uns gezeigt, dass wir mit solchen Aktionen auf dem richtigen Weg sind, um auf die Rechte von Frauen aufmerksam zu machen“, erklärte Hunfeld.


2015


SoVD-Initiative hat Erfolg: Wege werden auf Schloss Clemenswerth barrierefrei gestaltet

Meppen. Der Ausschuss für Kultur und Tourismus  des Landkreises Emsland hat sich am 05. November nach langer Diskussion für ein überarbeitetes Wegesanierungskonzept für das Schloss Clemenswerth in Sögel entscheiden, dass nun eine weitestgehend barrierefreie Umgestaltung der Wege  vorsieht. Der SoVD-Ortsverband Sögel sowie der Initiativkreis begrüßten zwar grundsätzlich die überarbeitete Lösung des Landkreises. Sie zeigten sich allerdings enttäuscht darüber, dass weitere wichtige Forderungen im erweiterten Konzept unberücksichtigt blieben.

Zu Beginn der Ausschusssitzung stelle Landrat Reinhard Winter (CDU) klar, dass er nach wie vor voll hinter dem ursprünglichen Konzept aus dem Jahr 2013 stehe. Seiner Ansicht nach habe der Landkreis die Barrierefreiheit weitestgehend berücksichtigt. Zudem wies er darauf hin, dass in jedem Fall mit dem Bau in diesem Jahr begonnen werden müsse, um die Fördergelder von über 300.000 Euro nicht verfallen zu lassen. Die „vielen Hinweise aus der Bevölkerung“ hätten den Landkreis trotz der vorangeschrittenen Planung noch einmal zur Überarbeitung des bestehenden Konzeptes bewogen. Dazu werden 100.000 Euro zusätzlich bereitgestellt. Diese Summe werde der Landkreis selbst tragen. Die Entscheidung sei aber keineswegs schnell und leicht gefallen, so Winter.

Nachfolgend erläuterte der erste Kreisrat Martin Gerenkamp die Weiterentwicklung des Konzeptes. Neu daran ist die Verbreiterung des Mittelweges, der aus glatten, 50 Zentimeter breiten Sandsteinplatten besteht. Das um den Mittelweg gesetzte Kopfsteinpflaster (Katzenköpfe) wird aufgenommen und neben den bestehenden historischen Sandsteinplatten eine weitere Bahn aus neuen Sandsteinplatten gesetzt. So wird ein etwa ein Meter breiter Mittelweg entstehen, der von dem historischen Kopfsteinpflaster umrahmt wird. Rollatorbenutzer und Rollstuhlfahrer können diesen Weg problemlos befahren.

Rainer Schomann vom Landesamt für Denkmalpflege erklärte, dass er das Konzept zwar für vertretbar halte, dass aber aus Sicht des Denkmalschutzes erhebliche Kompromisse gemacht werden müssten. „Die Weiterentwicklung des bestehenden Konzeptes beinhaltete eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der historischen Substanz“, so Schomann. Weitere Kompromisse lehnte er deshalb strikt ab. Es gebe bei der Vereinbarung von Denkmalschutz und Barrierefreiheit keine 100 Prozentigen Lösungen für beide Seiten, sagte Schomann. Bei neuen Zugeständnissen laufe man Gefahr, dass dieses europäische Baudenkmal nicht in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten sei.

Vertreter der Landkreisfraktionen äußerten sich nachfolgend zum weiterentwickelten Konzept. Arnold Terborg (CDU) stimmte diesem uneingeschränkt zu. Auch Heinz Schwarte (SPD) befürwortete die Weiterentwicklung, forderte aber zunächst die Pflasterung eines Probestücks und wies auf die Möglichkeit hin, die Standsteinplatten auch beidseitig des Weges zu legen. Günther Pletz (UWG) zeigte sich zwar grundsätzlich zufrieden mit dem Kompromiss, ließ aber ebenfalls erkennen, dass er weitere Maßnahmen zur barrierefreien Gestaltung der Wege befürwortet hätte.

„Wir haben sehr viel erreicht und freuen uns, dass nun auch Menschen mit Behinderungen die Schlossanlage nach der Wegesanierung besuchen können“, erklärte der Sögeler SoVD-Ortsvorsitzende Gerhard Gerdes im Anschluss an die Sitzung. Dennoch zeigte er sich enttäuscht. „Wir hatten gehofft, dass auch unsere Forderung nach einer Anhebung der Wege berücksichtigt wird, damit Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe in die Pavillons gelangen können“, sagte Gerdes. Dies stelle laut Gerdes nach wie vor eine Beeinträchtigung der Barrierefreiheit auf der Schlossanlage dar. „Es geht uns nicht darum, auch noch Fahrstühle für Schloss und Pavillons zu fordern. Aber wir verstehen nicht, dass der Landkreis bei dem Kompromiss nicht auch diesen letzten Stritt zur barrierefreien Gestaltung gegangen ist. Das Pflaster hätte ja nur wenig Zentimeter angehoben werden müssen“, so der SoVD-Ortsvorsitzende. Mit völligem Unverständnis reagierte er auf die Äußerungen der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Ursula Mersmann. Diese hatte während der Sitzung deutlich gemacht, dass es nicht nur darum gehe, Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Schloss zu ermöglichen, sondern hatte betont, dass auch der Erhalt des Baudenkmals wichtig sei. „Das ist keine Argumentation, die dem Interesse der Personen mit Behinderungen dient. Frau Mersmann ist für die Vertretung dieser Menschen zuständig und nicht für die Einhaltung des Denkmalschutzes im Emsland“, kommentierte Gerdes diese Äußerung.   


SoVD-Weihnachtsmarktcheck im Emsland

Ein Besuch der Weihnachtsmärkte in Meppen, Lingen und Papenburg gehörte auch in diesem Jahr wieder für viele Bürgerinnen und Bürger dieser Städte zu den Selbstverständlichkeiten in der Vorweihnachtszeit. Doch ist der beliebte Bummel durch die festlich geschmückten Innenstädte mit ihren Verkaufsbuden und Glühweinständen auch für Menschen mit einer Behinderung problemlos möglich? Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat dies gemeinsam mit den städtischen Behindertenbeauftragen Walter Teckert, Klaus Egbers und Ursula Mersmann getestet. Vorweggenommen werden kann, dass alle Weihnachtsmärkte gut bis sehr gut abgeschnitten haben. Nur in Meppen und Lingen gab es ein paar Mängel, die von den SoVD-Mitgliedern beanstandet wurden. Die ausführlichen Berichte zum Test in allen drei Städten:

Meppen: Der Meppener Weihnachtsmarkt schnitt beim SoVD-Test, der mit Hilfe einer vom SoVD-Landesverband Niedersachsen entwickelten Checkliste durchgeführt wurde, gut ab. Von den zwölf Fragen zur Barrierefreiheit auf der Checkliste konnten neun positiv beantwortet werden. So ist die Erreichbarkeit des Weihnachtsmarktes durch nahe gelegene Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und durch barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel gewährleistet. Ebenso vorhanden sind Behindertentoiletten in der unmittelbaren Umgebung. Durch die Sanierung der Innenstadt sind auch die Wege problemlos für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit einer Gehbehinderung benutzbar. „Hier hat sich schon viel getan“, hob die zweite SoVD-Kreisvorsitzende Christel Wekenborg lobend hervor, die gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsverbands Meppen den Check durchgeführt hatte.

Als störend erwiesen sich allerdings einige nur unzureichend abgedeckte Kabelstränge. An einem Weg zwischen Imbisstand und Eislaufbahn sind die Kabel zwar mit zwei gut sichtbaren Abdeckungen überdeckt. Für den Rollstuhlfahrer Franz Schniers gab es hier dennoch Probleme bei der Überquerung, da die Abdeckungen zu eng zusammenliegen. „Eine einteilige Abdeckung wäre an dieser Stelle wesentlicher sicherer“, urteilte Schniers. Bei der weiteren Begehung wurden die oft nur halbherzig vorgenommenen Kabelabdeckungen durch Gummimatten bemängelt. „Das birgt besonders für Menschen eine erhebliche Sturzgefahr, die auf Gehhilfen angewiesen sind“, mahnte Gabriele Szczupacki, die mit ihrem Rollator zur Sicherheit einen Umweg um ein Kabel machte. Nachbesserungsbedarf sieht der SoVD bei den vielen Glühweinständen. Diese sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar, weil keine Rampen vorhanden sind. Auch Sitzplätze für ältere oder gehbehinderte Menschen fehlen weitgehend. „Wenn einige Glühweinstände mit Rampen ausgestattet werden können und Kabel ausreichend abgedeckt sind, wäre der Weihnachtsmarkt vollständig barrierefrei. Dies ist mit wenig Aufwand zu korrigieren“, meinte Otto Liesen, der die Aktion als erster Vorsitzende des Meppener SoVD-Ortsverbands gemeinsam mit weiteren SoVD-Mitgliedern begleitet hatte.

Walter Teckert sagte: „Die angemerkten Kritikpunkte werde ich in Angriff nehmen und an entsprechender Stelle zur Sprache bringen. Ich bin sicher, dass wir hier etwas machen können.“

Lingen: Erneut kam der SoVD-Ortsverband Lingen zu dem Schluss, dass der Lingener Weihnachtsmarkt weitgehend barrierefrei ist. Von den zwölf Fragen zur Barrierefreiheit wurden zehn positiv beantwortet. Durch ausreichend vorhandene Behindertenparkplätze und barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel ist der Weihnachtsmarkt gut zu erreichen. In der Innenstadt können sich Menschen mit Gehbehinderungen ohne Schwierigkeiten fortbewegen, denn Kopfsteinpflaster gibt es nicht und Treppenstufen stellen keine großen Hindernisse dar. Es gibt darüber hinaus Sitzplätze an einigen Imbissbuden und Glühweinständen.

Bemängelt haben die SoVD-Mitglieder allerdings abermals die teilweise nur unzureichend mit grünen Filzmatten abgedeckten Kabelstränge. An einigen Stellen hat die Stadt zwar etwas unternommen und vor allem an den stark benutzen Wegen zusätzliche Gummimatten verwendet. Vor dem Terrassenbereich ist der 36-jährige Buschmeier nach der Auffahrt über die Rampe jedoch auf ein Hindernis gestoßen, da hier nur provisorisch abgedeckte Kabel den Weg für Rollstuhlfahrer blockieren. Der Zugang ist außerdem durch zwei Stände und einen Weihnachtsbaum immer noch derart verstellt, dass ein Durchkommen zusätzlich erschwert wird. „Es ist schade, dass Menschen mit einer Gehbehinderung nicht auch in diesen Bereich des Weihnachtsmarktes gelangen können. Hier sollte nachgebessert werden“, findet Renate Schonhoff, die zweite Vorsitzende des Lingener Ortsverbands. Einen weiteren Kritikpunkt gibt es beim Zugang zum Glühweinstand beim Alten Rathaus. Im letzten Jahr konnte die dort vorhandene Rampe problemlos befahren werden. Nun ist diese aber zu kurz und kann mit dem Rollstuhl nur mit Hilfe überwunden werden. 

Gemeinsam mit den SoVD-Mitgliedern überlegte Klaus Egbers im Anschluss an den Test, wie das Problem des Terrassenzugangs zu lösen sei. „Die störenden Kabel werden wir in jedem Fall schnellstmöglich abdecken lassen“, erklärte der Beauftragte für Menschen mit Behinderung und hatte dies umgehend an die Stadt Lingen weitergeleitet, die bereits nachgebesserte. Im nächsten Jahr soll dann ein alternativer Weg zum Terrassenbereich gefunden werden.

Papenburg:  Die Beteiligten konnten erfreut feststellen, dass der Weihnachtsmarkt die höchstmögliche Punktzahl erhält und damit vollständig barrierefrei ist. Durch Behindertenparkplätze in der unmittelbaren Umgebung und barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel ist die Anfahrt zum Weihnachtsmarkt unkompliziert. Es gibt eine Behindertentoilette auf dem Platz. Ein sorgsam gepflasterter Untergrund mit abgedeckten Kabeln ermöglicht ein sicheres Vorankommen für Rollatorbenutzer und Rollstuhlfahrer. Die Verkaufsbuden sind wegen ihrer niedrigen Thekenhöhe auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Außerdem gibt es Sitzmöglichkeiten in ausreichender Zahl. „Für Menschen mit Behinderung ist ein Besuch dieser schönen Veranstaltung problemlos möglich und deshalb sehr zu empfehlen. Das ist wirklich ein tolles Ergebnis“, betonte Irmgard Terveer, Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands Papenburg I. Auch Ursula Mersmann zeigte sich sehr zufrieden. „Toll, dass bei der Organisation, die nur von Ehrenamtlichen bewerkstelligt wird, auch an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen gedacht worden ist“, erklärte Mersmann.

„Dieses Ergebnis wird alle ehrenamtlichen Mitarbeiter unseres Weihnachtsmarktes freuen und ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“, sagte Hermann-Josef Röttgers, der als Vertreter des Organisationsteams den Check begleitet hat.

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SoVD kritisiert Bankenschließung in Haren-Erika - Äktere Menschen werden benachteiligt

Haren/Meppen. Der SoVD-Kreisverband Emsland wendet sich entschieden gegen die Schließung der Postbank-Filiale in Haren-Erika und fordert, dass Bankenschließungen in Dorfgemeinschaften verhindert werden müssen.

„Vor allem in der ländlichen Region des Emslands kommt es darauf an, älteren Personen und Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrem sozialen Umfeld ihrer Dorfgemeinschaften zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass Bankgeschäfte weiterhin vor Ort getätigt werden können und dass vor allem die Möglichkeit besteht, Bargeld abzuholen“, erklärt der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt. „Die Schließung der Postbank-Filiale in Erika ist deshalb nicht nur ein Zeichen für schlechten Kundeservice sondern führt darüber hinaus zu einer gravierenden Benachteiligung älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen“, betont Sackarendt.

Der SoVD-Kreisvorsitzende befürchtet außerdem, dass bald schon andere Banken nachziehen könnten, wenn nicht deutlich gemacht wird, dass Bankenschließungen für ältere und behinderte Menschen mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden sind. „Für den SoVD ist der Erhalt von Banken an Standorten außerhalb der Städte deshalb ein wichtiges Anliegen“, erklärt Sackarendt. Das Argument, dass die wirtschaftliche Rentabilität nicht mehr gegeben sei, zeige, dass die Postbank offenbar den eigenen Slogan "Eine Bank fürs Leben" nicht ernst genug nehme. „Wer  öffentlich damit wirbt, für soziale Nachhaltigkeit zu stehen und für Kunden persönlich vor Ort erreichbar zu sei, sollte sich an diesen Aussagen messen lassen und muss sich der eigenen sozialen Verantwortung bewusst sein“, betont Sackarendt. Sollte die Schließung dennoch alternativlos sein, müsse zumindest ein Geldautomat die Möglichkeit bieten, Bargeld abholen zu können.


SoVD fordert Barrierefreiheit auf Schloss Clemenswerth - Berechtigte Bedenken müssen erstgenommen werden

Sögel. Vertreter des SoVD-Kreisverbands Emslands und des SoVD-Ortsverbands Sögel haben sich am Dienstag, den 08. Juli 2015 mit Mitgliedern des Sögeler „Initiativkreises zur barrierefreien Gestaltung des Wegenetzes am Schloss Clemenswerth“ zu einem Informationsaustausch getroffen. Ludwig Koopmann, Sprecher des Initiativkreises, kritisierte bei dieser Gelegenheit insbesondere das Konzept des Landkreises zur anstehenden Wegsanierung, das seiner Ansicht nach eine barrierefreie Erkundung der Anlage nicht möglich mache. „Der Landkreis hätte die Sanierung der Wege als Chance begreifen können, das einzigartige Baudenkmal auch für Menschen mit Behinderung erfahrbar zu machen. Diese Chance wurde aber aus unserer Sicht nicht genutzt“, stellte Koopmann fest.

 Der Landkreis unterstützt ein Sanierungskonzept, bei dem das historische Kopfsteinpflaster erhalten bleiben soll. Die Beschaffenheit des Pflasters sorgt jedoch dafür, dass die Wege auch im sanierten Zustand für gehbehinderte Menschen nicht benutzbar sind. Unter anderem sollen Querungshilfen, die auf die Rasenflächen leiten, Abhilfe schaffen. Koopmann zeigte bei einem Rundgang die Probleme dieses Konzeptes auf. Schon bei mäßigen Regen sei das Betreten der feuchten Rasenflächen besonders für Menschen, die auf Gehilfen oder Rollatoren angewiesen sind, mit erheblicher Rutschgefahr verbunden. „Unebene Stellen im Rasen bergen zusätzliche Verletzungsgefahren“, erklärte Koopmann. Zwei gehbehinderte SoVD-Mitglieder bestätigten: „Wir fühlen uns weder auf den Wegen noch auf den Rasenflächen sicher.“ Klaus Schäffner vom Initiativkreis fügte hinzu, dass viele ältere Menschen die Schlossanlage wegen der schlechten Wege meiden. Dabei gäbe es bei dieser Personengruppe das dringende Interesse, am vielfältigen Veranstaltungsangebot rund um das Baudenkmal Clemenswerth teilzunehmen.

 Der erste Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Emsland, Bernhard Sackarendt, stellte dazu fest, dass das derzeitige vorgestellte Konzept in Bezug auf die Barrierefreiheit noch zu viele Fragen offen lasse. „Wir sehen zwar die Notwendigkeit den Denkmalschutzes für diese einzigartige Schlossanlage zu beachten“, so Sackarendt. Der Denkmalschutz dürfe aber nicht dazu führen, dass Menschen mit Behinderung ausgeschlossen werden. „Die UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 in Deutschland umgesetzt werden soll, sieht eindeutig vor, dass Denkmalschutz nicht vorrangig vor der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Gesellschaftsleben behandelt werden darf“, erklärte der Kreisvorsitzende. Sackarendt schlug vor, den Dialog mit den Entscheidungsträgern aus Politik- und Verwaltung zu suchen: „Gemeinsam sollte ein tragfähiges Konzept erarbeitet werden, dass sowohl dem Denkmalschutz, als auch dem Inklusionsgedanken gerecht wird.“ Hier seien kreative Lösungen gefragt. Der SoVD werde sich gerne an der konstruktiven Ausarbeitung einer tragfähigen Lösung beteiligen. „Ich möchte den Landkreis dazu auffordern, die Bedenken hinsichtlich des Inklusionskonzepts auf Schloss Clemenswerth ernst zu nehmen“, so der Kreisvorsitzende.

 

 


SoVD und Landkreis tauschen sich aus - Fragen an Sozialdezernentin

Meppen. Wie ist es im Emsland um die medizinische Versorgung bestellt und was macht der Landkreis für die Umsetzung der Inklusion? Diese und weitere Fragen stellten Mitglieder des Sozialpolitischen-Ausschusses (SPA) des Sozialverbands Deutschland (SoVD) während einer Fragestunde der Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Dr. Sigrid Kraujuttis.

„Soziale Gerechtigkeit steht im Mittelpunkt der Arbeit des SoVDs. Daher möchten wir wissen, wie der Landkreis mit den verschiedenen Herausforderungen im sozialen Bereich umgeht, die das Emsland betreffen“, erklärte Bernhard Többen, Leiter des SPAs, das Interesse an dem Informationsaustausch. Kraujuttis befürwortete den Dialog mit Verbänden und Hilfsorganisationen ausdrücklich und informierte die Anwesenden gemeinsam mit Richard Peters, dem Fachbereichsleiter für Soziales, umfassend über Zuständigkeiten und verschiedene soziale Projekte und Einrichtungen des Landkreises.

Zu Beginn erläuterte Kraujuttis die aktuelle Flüchtlingssituation im Emsland: „Immer mehr Menschen kommen nach Deutschland und damit auch ins Emsland, um hier Schutz vor Verfolgung und Krieg zu suchen.“ Erfreut könne festgestellt werden, so die Sozialdezernentin, dass es im Emsland eine große Bereitschaft gebe, die Asylsuchenden zu unterstützen, die Aufgabe stelle den Landkreis insgesamt aber vor große finanzielle Herausforderungen.

Auskunft über den Aufbau und die Zuständigkeiten des Fachbereiches Soziales erteilte Richard Peters und erläuterte in diesem Zusammenhang die finanziellen Aufwendungen des Landkreises für unterschiedliche Sozialleistungen.

Im Anschluss stellten die Mitglieder des SPAs Fragen zu unterschiedlichen sozialpolitischen Themen, mit denen sich der SoVD beschäftigt. Die medizinische Versorgung bildete diesbezüglich einen Schwerpunkt. So sahen die SPA-Mitglieder Lothar Kubath und Laurenz Schulte die Gefahr, dass nicht jeder ältere auf dem Land lebende Mensch in Zukunft problemlos zu einem Arzt gelangen könne. Auch die Facharztversorgung werde schwieriger. Die Sozialdezernentin wies darauf hin, dass es zwar Bemühungen gebe, einem drohenden Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken. Unter anderem wolle der Landkreis junge Mediziner durch Stipendien fördern und auf diese Weise das Interesse für das Emsland wecken. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass es künftig im ländlichen Raum weniger Ärzte gebe. Ein großes Problem sei die Erreichbarkeit der Arztpraxen für ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind. „Wenn es darum geht, älteren Menschen weiterhin den Weg zu einem Facharzt zu ermöglichen, setzen wir unter anderem auf das Ehrenamt“, erklärte Kraujuttis. So befänden sich derzeit neue Mobilitätskonzepte in der Erprobungsphase, die sich auf das Prinzip des Ehrenamtes stützen.    

Die Mitglieder des SPA-Ausschusses interessierten sich darüber hinaus für den Bereich der Pflege. Besonders um die Sicherstellung einer auf das Patientenwohl ausgerichteten Pflege sorge sich der SoVD, so Többen. Kraujuttis erklärte, dass es die Möglichkeit gebe, Pflegeeinrichtungen hinsichtlich der Einhaltung von Qualitätsstandards zu überprüfen. So sei in der Heimaufsicht des Landkreises eine Pflegefachkraft für die Heime beratend tätig. Im ambulanten Bereich obliege die Überprüfung dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Einfluss auf die Bezahlung der Pflegekräfte habe der Landkreis nicht. Der Landkreis begleite allerdings die Träger über Pflegekonferenzen bei der Behebung des Fachkräftemangels, zuletzt bei einer bundesweit beachteten Tagung zur Entbürokratisierung der Pflege. Peters wies zudem darauf hin, dass es im Emsland ein differenziertes System familiärer, ambulanter und stationärer Hilfen in der Pflege gebe. Dies biete pflegebedürftigen Menschen die Möglichkeit, möglichst lange im häuslichen Umfeld zu bleiben. Mit dem Senioren- und Pflegestützpunkt und dem Demenzservicezentrum stelle der Landkreis unabhängige und kostenlose Beratungsangebote für pflegende Angehörige zur Verfügung.

Am Ende der Fragestunde wurde auch das Thema Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen angesprochen. Auf die konkrete Frage, ob die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt im Emsland gelungen sei, konnten Kraujuttis und Peters von einigen Erfolgen berichten. Es gebe mittlerweile über 100 Firmen im Emsland, die Menschen mit einer Behinderung im Rahmen eines Praktikums oder über einen Außenarbeitsplatz beschäftigen. „Schwierig sei aber noch die Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse“, sagte die Sozialdezernentin. Kraujuttis wies darauf hin, dass die Umsetzung der Inklusion ein wichtiges Thema bleibe und der Landkreis unter anderem durch Fachtagungen dazu beitragen wolle, dass diese schrittweise gelinge. Sie verwies aber ausdrücklich darauf, dass die Rahmenbedingungen über die politischen Entscheider auf Landes- und Bundesebene geschaffen werden müssten.

„Wir haben den Eindruck, dass sich der Landkreis Emsland den wichtigen gesellschaftlichen sozialen Fragen stellt und aktiv an einer weiteren Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen im Emsland arbeitet“, lobte Többen am Ende der Veranstaltung. Hier sei aber nicht nur die Kreisverwaltung gefragt. Vielmehr müsse die Politik die notwendigen Weichen stellen und finanzielle Unterstützung gewährleisten, damit die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Schulalltag oder auch in den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann.


Equal Pay Day 2015 - SoVD-Kreisfrauenauschuss demonstriert für gerechte Lohnzahlungen

Papenburg. In ganz Niedersachsen hatte der Sozialverband Deutschland (SoVD) am Freitag den 20. März 2015 zu Protestaktionen anlässlich des Equal Pay Day aufgerufen. Der Tag hat eine symbolische Funktion, denn Frauen müssen im Durchschnitt 79 Tage – in diesem Jahr also bis zum 20. März – länger arbeiten als Männer, um auf den gleichen Lohn zu kommen. Auch im emsländischen Papenburg beteiligte sich der SoVD-Kreisverband Emsland an der Protestaktion.

Auf dem Papenburger Wochenmarkt machte der Frauenausschuss des SoVD-Kreisverbands Emsland mit einem über drei Meter hohen Kartonturm auf die immer noch bestehenden Unterschiede bei Lohnzahlungen zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Zudem wurden viele Infomaterialien, selbstgemachte Lesezeichen und rote Stofftaschen verteilt. Die roten Taschen symbolisierten die roten Zahlen in den Brieftaschen der Frauen. „22 Prozent verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben“, forderte Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld, die gemeinsam mit anderen SoVD-Mitgliedern auf dem Papenburger Wochenmarkt für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern bei den Gehaltszahlungen einsetzte. „Frauen sind ebenfalls viel öfter von Altersarmut betroffen da sie häufige im Niedriglohnsektor arbeiten. Auch darauf wollen wir aufmerksam machen“, erklärte die Papenburger SoVD-Frauensprecherin Marianne Giese. Viel Zustimmung erhielten die SoVD-Mitglieder bei ihrem Einsatz für den Equal Pay Day von den Passantinnen aber auch von den Passanten auf dem Papenburger Wochenmarkt, die nicht selten an diesem Tag Gespräche und kleine Diskussionen zu diesem Thema führten.