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Sozialpolitischer Ausschuss des SoVD informiert sich über Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Emsland

Vortrag von Kreisrat Marc-André Burgdorf

Im Rahmen eines Vortrags von Kreisrat Marc-André Burgdorf haben sich Mitglieder des Sozialpolitischen Ausschusses (SPA) des SoVD-Kreisverbandes Emsland über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle sowie über die Zuständigkeiten des Landkreises Emsland im Bereich des Katastrophenschutzes informiert.

 „Der Katastrophenschutz ist ein Bereich, den wir hoffentlich nie brauchen“, sagte Marc-André Burgdorf, Kreisrat und Dezernent für Sicherheit und Ordnung, gleich zu Beginn seines Vortrags im Lagezentrum des Kreishauses. Für den Fall der Fälle sei der Landkreis Emsland allerdings vorbereitet. Im Lagezentrum werde eine Einschätzung der Gefahrensituation, etwa bei einer Flutkatastrophe, einer Seuche oder einem Terroranschlag, vorgenommen und im Anschluss mögliche Hilfsmaßnahmen koordiniert. Hierfür stehe auch ein Stab aus Experten zur Verfügung. „Neben geschulten Kreismitarbeitern gehören, abhängig von der Situation, Verbindungsleute der Bundeswehr und der Polizei sowie Fachberater der Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks zur Besetzung des Lagezentrums“, informierte der Kreisrat. Regelmäßig werde der Ernstfall geübt. Trotz der guten Vorbereitung des Landkreises warnte Burgdorf vor der heute weit verbreiteten Denkweise, dass der Staat und die Behörden auch im Katastrophenfall alles sofort regeln könnten. Dies werde zwar in gewissen Umfang gewährleistet. Burgdorf appellierte aber auch an die Eigenverantwortung der Bürger. „Im Ernstfall sollte jeder in der Lage sein, sich für eine gewisse Zeit selbst zu versorgen“, erklärte Burgdorf. „Lebensmittel- und Trinkwasservorräte für rund zwei Wochen wären angebracht“, so der Kreisrat.

Über die Rettungsleitstelle berichtete Burgdorf, dass es seit 2014 einen Leitstellenverbund über eine gemeinsame virtuelle Rettungsleitstelle der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim gebe. „Sollte eine Rettungsleitstelle ausfallen, kann die andere sofort übernehmen“, so Burgdorf. Über die Einsatzzahlen berichtete der Kreisrat, dass die Rettungseinsätze in den vergangenen Jahren um 25 Prozent zugenommen hätten. Die Einsatzentwicklung sei kein ausschließlich emsländisches, sondern ein bundesweit zu beobachtendes Phänomen. Häufig werde die 112 gewählt, obwohl dies objektiv nicht notwendig wäre, erläuterte Burgdorf.

Beeindruckt zeigten sich die Anwesenden vom Projekt „Mobile Retter“, das der Landkreis 2016 eingeführt hatte. „Bei einem medizinischen Notfall, wie einem Herzstillstand, ist schnelle Hilfe gefragt. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen wertvolle Minuten, die zum Teil über Leben und Tod entscheiden können“, so Burgdorf. Der Landkreis habe deshalb in Anlehnung an ein schon bestehendes Projekt aus Gütersloh die „Mobilen Retter“ ins Leben gerufen. „Ärzte, Krankenschwestern oder ausgebildete Sanitäter werden über eine App auf dem Smartphone geortete und sofort über die Rettungsleitstelle alarmiert, wenn sie sich in der Nähe der betroffenen Person befinden“, berichtete Burgdorf.

SPA-Vorsitzender Bernhard Többen dankte Burgdorf für den informativen Vortrag. „Wir haben einen sehr guten Eindruck erhalten, wie der Landkreis Emsland im Ernstfall mit Gefahrensituationen umgeht und wie die Koordinierung der Rettungseinsätze abläuft“, sagte Többen und lobte die Kreisverwaltung für das vorausschauende Engagement beim Katastrophenschutz. „Dass wir im Emsland über eine moderne Rettungsleitstelle und innovative Projekte im Rettungswesen verfügen, ist ebenfalls sehr zu begrüßen“, erklärte der SPA-Vorsitzende.