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SoVD-Frauen treffen sich zum internationalen Frauentag

Gleichberechtigung weiterhin ein wichtiges gesellschaftliches Thema

Papenburg. Anlässlich des internationalen Frauentags haben sich über 240 Vertreterinnen der SoVD-Frauen aus den 44 emsländischen Ortsverbänden in Papenburg getroffen. Eingeladen hatte der Frauenausschuss des SoVD-Kreisverbandes Emsland. Zentral blieb die Forderung nach der gleichen Lohnzahlung für gleiche Arbeit für Frauen, wie Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld verdeutlichte.

Den internationalen Frauentag würdigt der SoVD-Kreisverband Emsland in jedem Jahr mit einer Veranstaltung, die dazu genutzt wird, um auf die Gleichberechtigung von Frauen aufmerksam zu machen. Nach einem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte des Kampfes um Gleichberechtigung zog SoVD-Kreisfrauensprecherin Annemarie Hunfeld in ihrer Begrüßungsansprache Bilanz: „Auch heute noch gibt Defizite bei der Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft.“ Als Beispiel nannte Hunfeld unter anderem die schlechteren Bedingungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt sowie die bislang noch immer bestehende Benachteiligung von Frauen bei den Lohnzahlungen. Der SoVD werde sich dafür einsetzen, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern endlich Realität wird. „Wir machen weiterhin der Politik Druck“, so Hunfeld. In Gesprächen im SoVD-Landesausschuss für Frauen lade der Sozialverband Politiker aller Parteien ein, um auf Frauenrechtsthemen aufmerksam zu machen. Zudem gebe es Aktionen, wie den Equal Pay Day, an dem der SoVD für eine gerechte Lohnzahlung für Frauen demonstriere. „Wenn wir nichts tun, passiert auch nichts“, erklärte Hunfeld.

Auch Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Emsland, erläuterte am Beispiel des Arbeitsmarktes, dass viele Frauen teilzeitbeschäftigt sind oder lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. „Die meisten Minijobber sind Frauen. Wenn man darüber hinaus weiß, dass nur 18 Prozent der Minijobber Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, wird einem klar, dass damit in vielen Fällen Altersarmut vorprogrammiert ist“, warnte Sackarendt. Auch im Emsland seien es insbesondere Frauen, die etwa nach einem Jobverlust oder einer Trennung oft schnell in Hartz IV abrutschten. Festzustellen sei laut Sackarendt zudem: „Gerade für Frauen ist es nach einer Familienpause enorm schwer, wieder voll in den Beruf einzusteigen.“ Die neue Bundesregierung habe sich beim Thema der Gleichstellung für Frauen viel Vorgenommen, um insbesondere die Bedingungen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Es bleibe zu hoffen, dass die noch bestehenden Probleme engagiert angegangen werden.

Ulrich Nehe, Papenburgs ehemaliger Bürgermeister, machte in Vertretung des amtierenden Bürgermeisters Jan-Peter Bechtluft deutlich, dass es bereits viele Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern gegeben habe. Dies sei insbesondere dem engagierten Handeln der Frauenrechtlerinnen geschuldet. „Wahrscheinlich ist die Frauenrechtsbewegung die erfolgreichste soziale Bewegungen gewesen, die es je gegeben hat“, so Nehe. Allerdings sah er in vielen Bereichen Handlungsbedarf, etwa bei der Forderung nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit. Die Chancengleichheit bei der Vergabe von Führungspositionen müsse ebenfalls verbessert werden.

Im Anschluss an die Begrüßungs- und Gastansprachen hatten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit für einen Besuch auf dem Markt der Möglichkeiten, der seit einigen Jahren vom Verein „Hobby und Helfen“ im Rahmen des SoVD-Frauentags organisiert wird. Der Verkaufserlös wurde in diesem Jahr dem Kinderheim Papenburg gespendet. Der Kreisfrauenausschuss hatte außerdem ein reichhaltiges Frühstück sowie ein Unterhaltungsprogramm organisiert. So trat die Kabarettistin Elisabeth Tondera auf, die auf  satirische Art unter anderem Frauenrechtsthemen beleuchtete und die Teilnehmerinnen unterhielt. Nach einer Kaffeepause referierte Monika Imholt über das Papenburger Kinderheim.