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SoVD demonstriert für barrierefreien Bahnhof in Papenburg

Papenburg. Der SoVD-Kreisverband Emsland hat am 21. Juli eine Protestaktion gegen die ständig defekten Aufzüge auf dem Bahnhofsgelände des Papenburger Bahnhofs durchgeführt. Auf dem Programm, das auf dem Vorplatz des Bahnhofs stattfand, stand eine Diskussionsrunde, die um 11:55 Uhr startete und die deutlich gemacht hat, dass die Bahn handeln muss. Viele Teilnehmer mit und ohne Behinderung waren gekommen, um den SoVD bei der Demonstration zu unterstützen.

Die Aufzüge auf dem Gelände des Papenburger Bahnhofs sind in der Vergangenheit immer wieder defekt gewesen. Menschen mit einer Gehbehinderung konnten deshalb während des Ausfalls der Fahrstühle ein Gleis nicht erreichen. Gegen diese Diskriminierung hat der SoVD-Kreisverband Emsland im Rahmen der Aktion „Ich bin nicht behindert – Ich werde behindert!“ demonstriert. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, auf einem Rollstuhlparcours selbst zu erleben, wie Barrieren das Leben von Menschen mit Behinderungen im Alltag erschweren können.

Bernhard Sackarendt machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich: „Nicht funktionierende Aufzüge sind eine Diskriminierung für körperlich beeinträchtigte Menschen.“ Nach dem Verständnis der UN-Behindertenrechtskonvention sei eine Behinderung nicht das Vorhandensein von Mängeln oder Defiziten bei Menschen, sondern sie sei die Folge mangelhafter Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche Einbeziehung. Produkte, Dienstleistungen und der öffentliche Raum seien so zu gestalten, dass sie von allen Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten genutzt werden könnten.

„Das heißt konkret auch, dass die Bahn ohne Einschränkungen oder den Einsatz von hilfsbereiten Menschen von allen Personen genutzt werden kann die von A nach B reisen möchten, ob mit oder ohne Rollstuhl, ob mit oder ohne Gehhilfen, ob Mütter mit Kinderwagen, Kinder oder alte Menschen. Aufzüge, um Höhenunterschiede zu überwinden gehören ebenso dazu wie Durchsagen für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen, die nicht in der Lage sind, Informationen zu lesen, oder für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen“, so Sackarendt.

Bernd Skoda, Experte für Barrierefreiheit des SoVD-Landesverbandes Niedersachsens, erklärte, dass Fahrstühle notwendig seien, um die Barrierefreiheit der Bahnhöfe zu gewährleisten. „Fahrstühle können auch mal kaputt gehen“, so Skoda. Unverständlich seien seiner Ansicht nach allerdings die langen Reparaturzeiträume. „Das sollte bei einem so großen Unternehmen nicht passieren“, machte Skoda deutlich.

Ursula Mersmann, Behindertenbeauftragte der Landkreises Emsland, trat im Anschluss mit dem stellvertretenden Bürgermeister Heiner Butke, dem Stadtbaurat Jürgen Rautenberg und dem Vorsitzendend es Sozialausschusses Pascal Abel in der Diskussionsrunde zur Barrierefreiheit des Bahnhofes auf. Sie nannte das Verhalten der Bahn „beschämend“ und kritisiert die häufigen Defekte und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen für Menschen mit Behinderungen scharf. Auch Butke und Abel schlossen sich dieser Kritik an. „Wir haben kein Verständnis mehr für das Verhalten der Deutschen Bahn“, so Butke. Rautenberg schlug vor, dass sich die Stadt gemeinsam mit dem SoVD für die Menschen mit Behinderungen einsetzen solle. „Zusammen finden wir mehr Gehör“, so Rautenberg. Heiner Hillebrand, Rollstuhlfahrer aus Papenburg, erklärte, dass ein defekter Aufzug für Menschen mit einer Behinderung mit großen Einschränkungen einhergehe. „Ich möchte gerne demnächst eine Pilgerfahrt antreten. Es wäre wirklich schade, wenn ich diese wegen eines kaputten Fahrstuhls nicht machen könnte“, so Hillebrand.