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SoVD äußert Bedenken bei der ärztlichen Versorgung im Emsland

Meppen. Mit Sorge beobachtet der SoVD-Kreisverband Emsland die aktuelle Entwicklung der ärztlichen Versorgung im Emsland. Der Vorsitzende des SoVD-Kreisverbandes Emsland, Bernhard Sackarendt, warnt davor, die Situation zu beschönigen und fordert mehr Initiativen von den Kommunen, dem Landkreis Emsland und der niedersächsischen Landesregierung.

Seit längerer Zeit ist der drohende Ärztemangel in den Städten und ländlichen Gemeinden im Emsland ein häufig diskutiertes Thema. Den Statistikern zur Folge ist die medizinische Versorgung in einigen Städten im Emsland, beispielsweise in Meppen, zwar noch gut. Diese statistischen Auswertungen geben allerdings nicht wieder, wie lange einzelne Ärzte noch, unter anderem aus Altersgründen, praktizieren wollen oder können. In den kleineren Meppener Ortsteilen, wie in Bokeloh, haben schon Ärzte ihre Praxis mit dem Eintritt ins Rentenalter schließen müssen, ohne dass ein Nachfolger diese übernommen hätte.

Vor allem mit Blick auf die Zukunft sei Handlungsbedarf angebracht, meint Sackarendt und gibt zu bedenken: „Einige der in Meppen niedergelassenen Haus- und Fachärzte sind bereits in einem Alter, in dem der Ruhestand zu einem Thema wird.“ Aussagen über die derzeitige gute Versorgung könnten deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf absehbare Zeit ein Mangel an Ärzten aufkomme. Ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen würden vor großen Problemen stehen, wenn eine ortsnahe medizinische Versorgung wegfalle. In solchen Situationen sei es zwar überaus lobenswert, wenn Ärzte über das Renteneintrittsalter hinaus ihre Patienten behandeln. Dennoch könne dies keine dauerhafte Lösung darstellen.

Die Idee des Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, Praxisräume in Rathäusern anzubieten, findet der Kreisvorsitzende nicht überzeugend. „Im Emsland geht es sicher nicht vorrangig darum, geeignete Räumlichkeiten zu finden, sondern um Konzepte, die dazu beitragen, dass insbesondere für junge Ärzte die Übernahme einer Praxis im ländlichen Raum attraktiv wird.“ Diese Konzepte könnten die Gemeinden ebenso mitgestalten wie die Kreisverwaltung. „Es gibt bereits einige sehr gute Initiativen vom Landkreis Emsland, wie die Stipendien für die medizinischen Nachwuchskräfte. Diese sollten in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und Städten beständig weitergeführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden.“ Zudem müsse die Landespolitik an den notwendigen strukturellen Voraussetzungen arbeiten und unter anderem mehr Studienplätze für Ärzte sowie innovative Anreizsysteme zur Niederlassung von Medizinern im ländlichen Raum schaffen. „Das ist in den Koalitionsvereinbarungen angedacht und muss jetzt konsequent umgesetzt werden“, fordert Sackarendt.