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Pannenserie der Bahn-Aufzüge in Papenburg und Lingen ist Thema im „Schwarzbuch sozial“ des SoVD

Bereits zum dritten Mal veröffentlicht der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen das „Schwarzbuch sozial“. Neben den hanebüchensten Ungerechtigkeiten aus dem Beratungsalltag des SoVD in ganz Niedersachsen sind auch die häufigen Defekte der Aufzüge an den emsländischen Bahnhöfen ein Thema in der neuen Ausgabe.

 Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Dass das vor allem für Menschen in schwierigen Situationen zum Problem wird, zieht sich wie ein roter Faden durch das „Schwarzbuch sozial“. 20 Fälle, die unter anderem aus den rund 60 Beratungszentren in ganz Niedersachsen stammen, dokumentieren sehr gut die Ungerechtigkeiten, die täglich auf den Schreibtischen der SoVD-Berater landen. „Wir stellen immer häufiger fest, dass für Kranken- und Pflegekassen, aber auch für Jobcenter nicht die Probleme des Einzelnen im Vordergrund stehen, sondern ihre eigenen Zahlen und wirtschaftlichen Interessen“, kritisiert Bernhard Sackarendt, 2. SoVD-Landesvorsitzender. Und SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke ergänzt: „Die Art und Weise, wie Behörden und Institutionen mit Betroffenen umgehen und mit ihnen kommunizieren, macht uns an vielen Stellen sprachlos.“ Oft werde wenig Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt. „Das zeigt uns, dass Einzelschicksale für die Behörden oftmals keine Rolle spielen“, so Swinke weiter. Anders könne er sich so manches Vorgehen nicht erklären.

Mit dem „Schwarzbuch sozial“ will Niedersachsens größter Sozialverband aber nicht nur auf die Missstände aufmerksam machen, sondern auch bei der Politik den Finger in die Wunde legen. „Wir nutzen das Schwarzbuch dazu, um deutlich zu machen, welche negativen Konsequenzen zahlreiche Gesetze für Menschen haben, denen es ohnehin schon nicht gut geht“, erläutert Sackarendt. Ein Beispiel dafür seien die häufigen Defekte an den Fahrstühlen auf den Bahnhöfen in Lingen und Papenburg im Emsland. Sackarendt, der auch Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Emsland ist, gibt zu bedenken, dass eine barrierefreie Umwelt nicht nur Menschen mit Behinderungen zugutekomme, sondern auch älteren Personen und Familien mit Kindern: „Barrierefreiheit ist für zehn Prozent der Bevölkerung  zwingend  erforderlich,  für  über 30 Prozent hilfreich und für 100 Prozent komfortabel.“ Deshalb habe der SoVD mit einer Protestaktion auf diesen Missstand aufmerksam gemacht und diesen auch im Schwarzbuch thematisiert.

Dass in Niedersachsen vieles nicht rundläuft, macht SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke auch anhand verschiedener Zahlen deutlich: „Viele Menschen können bestimmte Dinge nicht mehr alleine. Sie brauchen Beratung und kommen deshalb zu uns.“ Dies zeige zum Beispiel auch die steigende Zahl der Mitglieder. Am 31. Oktober 2018 waren es fast 285.000 – ein Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für seine Mitglieder hat der SoVD durch Widersprüche und Klagen auch 2017 hohe Summen erstritten. Das waren mehr als 26 Millionen Euro an einmaligen und mehr als 7 Millionen Euro an laufenden Zahlungen.

Insgesamt hat der Verband sich in rund 33.800 Anträgen, Widersprüchen, Klagen und Berufungsverfahren für seine Mitglieder starkgemacht.