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380 Frauen feiern in Meppen 100 Jahre Frauen im SoVD

In Meppen haben sich 380 Frauen aus dem Emsland getroffen, um an den seit 100 Jahren andauernden erfolgreichen Einsatz der Frauen im SoVD zu erinnern. Die Gastredner der Veranstaltung haben deutlich gemacht, dass die Gleichberechtigung noch nicht vollständig erreicht ist und Frauen aufgefordert, für ihre Rechte einzutreten.

Annemarie Hunfeld, Frauensprecherin des SoVD-Kreisverbandes Emsland, erklärte, dass sich der SoVD im Emsland seit vielen Jahren für die Frauenrechte einsetze. Für Geleichberechtigung einzutreten sei für Frauen im Sozialverband heute ebenso wichtig wie vor 100 Jahren. Aus diesem Grund seien die SoVD-Frauen dem Bündnis „Frauen in der Politik“ beigetreten. „Wir möchten Frauen motivieren, sich aktiv in der Politik zu beteiligen“, so Hunfeld.

Der SoVD-Kreisvorsitzende Bernhard Sackarendt wies darauf hin, dass der Anteil an Frauen im Bundestag lediglich bei 31 Prozent liege, im niedersächsischen Landtag seien nur 27 Prozent der Abgeordneten Frauen. Politische Entscheidungen lägen somit noch immer vorwiegend in männlicher Hand. Auch im Berufsleben gebe es weiterhin viele Benachteiligungen von Frauen. „Darauf aufmerksam zu machen und Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen einzufordern, dazu dienen Veranstaltungen wie diese hier heute“, so Sackarendt.

SoVD-Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack erläuterte, wie sich der SoVD-Bundesverband daran beteilige, die Ungleichbehandlung von Frauen zu beseitigen. Als Beispiel nannte sie die kritische Auseinandersetzung mit dem Entgelttransparenzgesetz. Der SoVD werde Kritikpunkte bei der Evaluation des Gesetzes ansprechen und Nachbesserungen fordern. Des Weiteren trete der Sozialverband unter anderem für eine gerechtere Mütterrente sowie für eine gleichberechtigte Lohnzahlung von Frauen ein. „Wir fordern mit aller Kraft soziale, gerechte Lösungen“, so Schliepack.

Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß zeigte mit Blick auf die Geschichte der Frauenrechtsbewegung in Deutschland auf, dass es viele Frauen gegeben habe, die sich erfolgreich im Beruf und in der Politik durchsetzen konnten und für die Rechte der Frauen gekämpft hatten. Auch heute gebe es zahlreiche Frauen, die hierfür eintreten. „Wir Frauen haben viel bewegt und viel erreicht – darauf dürfen wir zu Recht stolz sein“, so Reiß. Sie sei sich bei allen aktuellen und künftigen Herausforderungen sicher: „Unser Einsatz wird sich auch weiterhin lohnen.“

„Wenn uns die 100-jährige Geschichte der Frauen im SoVD eines zeigt, dann dies: Ohne den hartnäckigen und engagierten Einsatz von Frauen wären wir heute um wichtige Fortschritte ärmer“, sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Die Erfolge der Frauenbewegung könnten nicht oft genug genannt und gewürdigt werden. Dennoch gebe es viele Baustellen bei der Gleichberechtigung. „Wir brauchen volle Gleichberechtigung und Teilhabe von Frauen in der Politik der Wirtschaft, der Wissenschaft, einfach in allen Felder der Gesellschaft“, so der SoVD-Präsident.

Marc André Burgdorf, Kreisrat des Landkreises Emsland, dankte den SoVD-Frauen für ihren Einsatz. „Frauen wie Sie haben einen großen Anteil daran, dass wir bei der Gleichberechtigung schon ein gutes Stück vorangekommen sind“, so der Kreisrat. Trotzdem gebe es noch viel zu tun. Die Herstellung der Gleichberechtigung müsse deshalb ein erklärtes Ziel der Politik sein.

Helmut Knurbein, Bürgermeister der Stadt Meppen lobte die Frauen des Sozialverbandes. „Ihr Einsatz für die Gleichberechtigung von Frauen ist wichtig für unsere Gesellschaft. Machen Sie so weiter“, sagte der Bürgermeister.