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Behindertenbeauftragte fordert Abschaffung der Sonderschulen
14.06.2007
Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung fordert eine Abschaffung der Sonder- und Förderschulen. Karin Evers-Meyer sagte in einem Interview des Deutschlandradios Kultur: „Unser Schulsystem ist diskriminierend“. Das Aussortieren Behinderter verstoße gegen Artikel 24 der UN-Menschenrechtskonvention. Evers-Meyer plädierte dafür, dass alle Kinder gleichberechtigt unter einem Dach unterrichtet werden.
Die Integration Behinderter müsse bereits im Kindergarten beginnen. Die gemeinsame Erziehung und Ausbildung von behinderten und nichtbehinderten Kindern sei ein effizienter Weg, spätere Diskriminierung im Alltag zu verhindern, argumentierte die Behindertenbeauftragte. Die Umstellung des Schulsystems sei zwar zunächst teuer; langfristig aber kostengünstiger als der Unterhalt getrennter Schulen für körperbehinderte, lernbehinderte, gehörlose und blinde Kinder. Bislang besuchen in Deutschland nur zwölf Prozent der behinderten Kinder allgemeinbildende Schulen.
